Hintergründige «Fledermaus» in Solothurn

Bei Johann Strauss' Operette «Die Fledermaus» bleiben dem Publikum die turbulente Handlung rund um Glück und (Un)Treue und schmissige Melodien in Erinnerung. Das Theater Orchester Biel Solothurn (Tobs) will aber nicht nur die unterhaltsame «Fledermaus» zeigen, sondern auch die doppeldeutige.

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Bildlegende: Rosalinde (Tatjana Gazdik) und Gabriel von Eisenstein (Peter Bernhard) im Duett. Rechts Dr. Falco (Enrico Marrucci). Sabine Burger/zvg

Momentan ist «Die Fledermaus» auf über 60 Bühnen irgendwo auf der Welt zu sehen. Immer gegen Jahresende vermehren sich die «Fledermaus»-Premieren inflationär, denn die Operette gilt als leichte Unterhaltung, gut geeignet als Silvesteranlass.

Julia Eberwein ist Dramaturgin am Theater Orchester Biel Solothurn (Tobs). Sie findet, man tue der «Fledermaus» Unrecht, wenn man sie einfach als «lustig» abstemple. «Die Operette ist musikalisch unheimlich schwierig. Die Rosalinde singt nicht nur leichte Melodien, sondern das geht durch alle Stimmaspekte durch, auch wenn es ganz leicht klingt.»

Und wenn man bei der Handlung genau hinschaue, sehe man dort hinter der turbulenten Fassade auch viel Hintergründiges, sagt Julia Eberwein: «Man kann sich einfach amüsieren und sich an der wunderbaren Musik freuen. Man kann sich aber auch auf die Spitzen achten in den Dialogen.»