Hoffnungsschimmer für den Weissensteintunnel

Der Bahnbetrieb durch den Weissensteintunnel auf der Linie Solothurn-Moutier ist bis mindestens 2020 gesichert. Der Bund hat zugestimmt, den Tunnel bis dann für rund 17 Millionen Franken instand zu halten. Über 2020 hinaus bleibt aber noch alles offen.

Eingang Weissenstein-Tunnel Seite Oberdorf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Weissensteintunnel zwischen Oberdorf und Gänsbrunnen ist für die Thaler die wichtigste Verbindung ins Mittelland. Marco Jaggi/SRF

«  Das ist ein erfreulicher Entscheid und er verschafft uns etwas Zeit. »

Peter Heiniger
Kantonsingenieur Solothurn

Aufatmen für viele Pendler im Solothurner Bezirk Thal. Zumindest vorerst bleibt ihre Bahnverbindung ins Mittelland bestehen. Der Bund hat dem Kanton zugesichert den Weissensteintunnel zwischen Oberdorf und Gänsbrunnen bis sicher 2020 mit Sanierungen instand zu halten, Kostenpunkt rund 17 Millionen Franken. Beim Kanton Solothurn bestätigt man eine Meldung der «Solothurner Zeitung».

Vertiefte Abklärungen nötig

Bereits auf Ende 2016 wollte der Bund den Weissensteintunnel auf der Bahnlinie Solothurn-Moutier schliessen. Der Tunnel muss dringend saniert werden, die dafür nötigen rund 170 Millionen Franken erschienen dem Bund aber als zu teuer, vor allem weil der Tunnel nur schwach ausgelastet ist.

Die Ankündigung kam überraschend und zu kurzfristig, sagt der Solothurner Kantonsingenieur Peter Heiniger, deshalb habe man beim Bund interveniert: «In dieser kurzen Zeit konnten wir weder die Schliessung vertieft prüfen, geschweige denn ein Alternativangebot aufbauen.»

Die Solothurner Forderung nach mehr Zeit wurde nun erhört. In Absprache mit dem zuständigen Bundesamt für Verkehr konnte man abmachen, dass bis Mitte 2016 eine Studie gemacht wird. Darin soll die Schliessung des Tunnels, aber auch mögliche Varianten dazu vertieft geprüft werden.

Solche einzelnen Varianten sollen in der Studie mit ihren Konsequenzen auf verschiedenen Ebenen untersucht werden, seien es die Kosten, die Umweltbelastung oder auch die gesellschaftlich-politische Anbindung eines Randbezirks.

Zukunft bleibt offen

Welche Varianten hier in Frage kämen, das kann der Kanton noch nicht präziser sagen. Klar ist, nach Abschluss der Studie müssen die Resultate mit dem Bund besprochen werden und erst dann kann man über die weitere Zukunft des Tunnels reden.

Für Kantonsingenieur Heiniger ist der gelockerte Fahrplan auf jeden Fall erfreulich, man habe so etwas mehr Zeit gewinnen können. Man dürfe dies aber noch keinesfalls so verstehen, als ob die Zukunft des Tunnels gesichert wäre. Der Entscheid darüber fällt einfach erst später, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.