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Idee vom Tisch Hochwasser-Stollen für die Dünnern ist zu teuer

Legende: Audio Es wird keinen Dünnern-Stollen geben – und jetzt? abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
01:31 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 31.01.2019.
  • Seit Jahren wird am Hochwasserschutz für das Solothurner Flüsschen Dünnern geplant.
  • 2018 präsentierte der Kanton drei Ideen. Eine davon: Ein Stollen, der ein Dünnern-Hochwasser in die Aare ableiten könnte.
  • Die Stollen-Idee wird jetzt begraben. Sie ist zu teuer.

Neben Aare und Emme ist die Dünnern der drittgrösste Fluss im Kanton Solothurn. Er entspringt in Gänsbrunnen und mündet nach 37 Kilometern in der Stadt Olten in die Aare.

An vielen Stellen ist das Flüsschen alles andere als hübsch. Mehrheitlich ist die Dünnern kanalisiert. Das Gewässer sei dadurch «in seinen ökologischen Funktionen stark beeinträchtigt», sagen die Fachleute.

Schäden von über 500 Millionen

Schon länger will der Kanton Solothurn die Dünnern aus ihrem engen Korsett befreien und zugleich den Hochwasserschutz verbessern. Die Schutzbauten sind rund 80-jährig und teilweise in einem desolaten Zustand.

Fluss in Stadt
Legende: Die Dünnern fliesst durch die Stadt Olten. Das Flüsschen zu verbreitern ist hier nicht möglich. SRF

Ein Starkregen in der Region Thal, wie er statistisch alle 100 Jahre vorkommt, könnte in der Region Gäu Schäden in der Höhe von über 500 Millionen Franken verursachen, rechnet der Kanton vor.

Stollen ist zu teuer

2018 hat der Kanton Solothurn drei Varianten präsentiert, wie ein Hochwasser eingedämmt werden könnte. Eine davon will er nun aus dem Rennen nehmen, wie er am Donnerstag mitteilt. Die Variante eines Stollens ist aus Sicht des Kantons viel zu teuer.

Ein Stollen hätte einen Teil des Hochwassers von der Dünnern in die Aare ableiten können. Ein Stollen von Oensingen in die Aare hätte 185 Millionen gekostet, ein Stollen ab Hägendorf sogar 237 Millionen.

Ob die teure Stollen-Idee wirklich aufgegeben wird, entscheidet sich definitiv im April. Bis dahin können noch Gemeinden, Bauernverband, Umweltverbände und betroffene Wasserversorgungen Stellung nehmen.

Durchleiten oder zurückhalten?

Weiterverfolgen will der Kanton nur noch zwei Varianten:

  • Die Dünnern könnte verbreitert und die Ufer erhöht werden, um ein Hochwasser besser durchzuleiten.
  • In einem Rückhaltebecken im Raum Oensingen könnte das Hochwasser zurückgehalten werden.

Die Kosten für diese Varianten sind zwar tiefer, mit über 80 Millionen aber immer noch so hoch, dass es eine kantonale Volksabstimmung zum Hochwasserschutz an der Dünnern geben wird.

Wasser in einem Kanal
Legende: SRF

Durchleiten oder zurückhalten? Der definitive Entscheid für eine Variante wird voraussichtlich Ende 2020 fallen. Mit einem Baustart ist laut Kanton frühestens 2025 zu rechnen.

Bereits 2017 hatte der Kanton einen Vorschlag für einen besseren Hochwasserschutz an der Dünnern gemacht, war damit aber auf viel Kritik gestossen. Er hatte vorgeschlagen, bei einem Hochwasser bei Oensingen die Felder zu überfluten. Dagegen hatten sich Bauern und Gemeinden aber gewehrt.

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