Im Aargau ist die Matura weiterhin hoch im Kurs

Die Matura ist im Aargau beliebt, das zeigt eine Umfrage des Kantons. Die Anzahl Schulabgänger, die in ein Gymnasium oder in eine Fachmittelschule übertreten wollen, bleibt auch dieses Jahr hoch.

Fertig mit der Schule - und was jetzt? Weiter die Schulbank drücken, und zwar am Gymnasium oder an einer Fachmittelschule: Das sagen 22 Prozent der Schulabgänger im Kanton Aargau. 2008 lag der entsprechende Anteil noch bei 18 Prozent. Der Matura-Boom ist nicht neu, bereits 2011 und 2012 verzeichnete der Aargau eine Zunahme an Maturanden.

Gründe für die steigende Zahl an Maturanden gebe es mehrere, erklärt Kathrin Hunziker vom kantonalen Departement für Bildung gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn: «Zum einen hat sich 2008 die Übertrittsregelung verändert, zum anderen ziehen immer mehr bildungsnahe Familien in den Aargau.»

Gymnasium als beruflicher Erfolgsgarant?

Hunziker betont aber auch, dass der Aargau im Vergleich zu anderen Kanton immer noch über eine niedrige Maturandenquote verfüge. Trotzdem: Auch im Aargau sinkt das Interesse an der klassischen Berufslehre. Es gäbe sogar fast zu viele Lehrstellen, so Hunziker.

Bedenklich, findet Ursula Renold, Bildungsexpertin der ETH Zürich: «Leider ist der soziale Status der Berufslehre in der Öffentlichkeit immer noch nicht so gut, wie er es verdient hätte.» Ein grosser Teil der Bevölkerung sei der Meinung, dass das Gymnasium zu einem besseren Erfolg im Leben führe, meint Renold. Deswegen wollten immer mehr Schulabgänger das Gymnasium machen.

Platzmangel an Kantonsschulen Wohlen und Baden

Maturanden sitzen einzeln an Tischen und lösen eine Prüfung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schulbank anstatt Berufslehre: IIm Kanton Aargau bleibt die Anzahl Maturanden auf dem hohen Niveau der letzten Jahre. Keystone

Der Kanton geht davon aus, dass der prozentuale Anteil an Maturanden in den nächsten Jahren nicht weiter steigen wird. Trotzdem könnte es an den Gymnasien im Aargau eng werden, so Hunziker: «Wir haben Platzmangel, das ist klar.»

Grund sei das Bevölkerungswachstum, erklärt Kathrin Hunziker vom Kanton Aargau. Es sei wichtig, dass man jetzt nicht für die nächsten ein bis zwei Jahre plane, sondern gleich für zehn Jahre. In Wohlen und Baden zeigen sich die Platzprobleme schon jetzt: Aufgrund der steigenden Anzahl Gymi-Schüler mussten an beiden Kantonsschulen Provisorien errichtet werden.