Bankenplatz Schweiz In Brugg eröffnet die Bankfiliale der Zukunft

Es soll das Zukunftsmodell für Banken sein: «Persönlich und digital», so das Motto der Valiant Bank, die in Brugg ihre modernste Geschäftsstelle eröffnet. Hier gibt es keinen Schalter mehr, sondern Bildschirme – Kunden werden per Videochat beraten. Ob das funktioniert, zeigt ein Selbstversuch.

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Valiant-Filiale Brugg

Am Samstag eröffnet Valiant ihre modernste Geschäftsstelle in Brugg. Diese sei deutlich günstiger als klassische Filialen und soll als Beispiel für weitere Filialen dienen. Auf einer Gesamtfläche von 140m2 finden sich verschiedene Module: Der Empfang und drei Beratungs- / Selbstbedienungsräume, wo die Kunden mit Videochat begleitet werden.

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Längere Öffnungszeiten

Die Valiant will den Kunden mit der neuen digitalen Filiale einen grossen Vorteil bieten: Die Bank in Brugg soll länger und mehr geöffnet sein als andere Banken, dies werde möglich, weil der Bankbetrieb insgesamt günstiger wird. Die Bank könnte auch am Samstag offen haben.

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Ein Zwischenschritt für Banken

Gemäss Bankenprofessor Andreas Dietrich entspricht eine Filiale wie jene der Valiant einem Kundenbedürfnis. Schon jetzt würden viele Leute einen Grossteil ihrer Bankgeschäfte online erledigen. Dass sich auch die Filialen daran anpassen, sei nur verständlich. Die Bankenlandschaft befinde sich im Wandel, diese Form sei nur ein Zwischenschritt.

Die gläserne Schiebetüre öffnet sich und ich betrete die Bank. Nach wenigen Schritten im Innern, erscheint vor mir auf einem grossen Bildschirm ein junger Mann. Hemd, Krawatte und Kittel zeigen: Das ist ein Bankberater. Freundlich begrüsst er mich und bittet mich näher zu kommen.

Etwas unsicher frage ich den Bildschirm-Mann, ob ich denn hier ein Konto für mich eröffnen könnte. «Kein Problem, haben Sie Ausweispapiere und ihr Natel dabei», klingt es aus Boxen an der Decke. Ich bejahe und der Berater bittet mich am Bildschirm vorbei in einen kleineren Privatraum – dort wartet er schon auf mich.

Mehrere Beratungen über Videochat

Auch im privaten Beratungsraum hängt ein Bildschirm und der gleiche Berater ist nun hier zu sehen. Ich setze mich und er beginnt erneut zu erklären. «Für eine Kontoeröffnung werden Sie gleich hier auf dem Monitor durch ein Menu geführt. Sie können das Konto schnell und einfach selbst eröffnen.»

Was ist, wenn ich irgendwo nicht weiter wüsste, frage ich den Video-Berater. Dann könne ich ihn jederzeit mit dem Knopf für Live-Hilfe zurückholen und er würde meine Fragen klären. Also lege ich los.

Nach einigen Informationen – Name, Adresse, Geburtsdatum usw. – werde ich zur Identifikation gebeten. Nun erscheint eine Frau auf dem Monitor, sie arbeitet für Swisscom und bittet mich meine Identitätskarte von allen Seiten in die Kamera zu halten, damit sie mich als Kunden verifizieren kann.

Identifikation über ID und Natel

Anschliessend schiesst die Swisscom-Frau noch ein Foto von mir über die im Monitor integrierte Kamera und leitet weiter zum zweiten und letzten Identifikations-Schritt: Mein Natel piepst, ein SMS mit Zahlencode ist soeben angekommen.

«Bitte geben Sie die Nummer hier im Feld ein», höre ich aus dem Bildschirm, «sobald Sie bestätigen, beendet es diesen Videochat. Danke und auf Wiedersehen». Es fühlt sich etwas komisch an einem Bildschirm «Auf Wiedersehen» zu sagen, aber bis jetzt funktioniert alles gut.

Nach dieser doppelten Identifikation folgt noch ein dritter Schritt. Erneut erhalte ich ein SMS aufs Natel und muss die entsprechende Nummer am Bildschirm eintippen und dann kommt die Bestätigung, dass ich mein Valiant-Konto nun eröffnet habe.

Sendungsbezug: Regionaljournal Aargau Solothurn 17:30 Uhr