«In dieser Saison ist bei Nick Alpiger viel möglich»

Mit zwei Festsiegen ist Jung-Schwinger Nick Alpiger gut in die Saison gestartet. Ein Spitzenresultat gibt es am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016 wohl noch nicht. Der 19-jährige Staufer zählt aber definitiv zu den grossen Nachwuchshoffnungen im Nordwestschweizer Schwingverband.

Zwei Schwinger im Sägemehl, einer ist auf den Knien, der andere steht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nick Alpiger (hinten), hier im Einsatz am Surentaler Frühjahrsschwinget in Sursee, gegen Turnschwinger Werner Suppiger Jil Lüscher/SRF

Die Fachzeitschrift «Schlussgang» so, die Nick Alpiger zum «Schwinger der Woche» gewählt hat. Und tatsächlich läuft es dem jungen Aargauer Schwinger rund: Sieg in Tegerfelden und 1b-Klassierung in Thun: Optimaler hätte der Saisonstart für Nick Alpiger dieses Jahr nicht sein können.

Auch wenn es am Samstag beim Frühjahresschwinget in Sursee «nur» zu Rang 6 gereicht hat, an der Frühform des 19-jährigen Talents vom Schwingclub Lenzburg gibt es nichts zu bemängeln.

Alpiger ist parat

«Er hat sich im Winter seriös auf die neue Saison vorbereitet und gehörte in den Trainings ganz klar zu den Aktivposten. Das zahlt sich nun aus», sagt Guido Thürig, der technische Verantwortliche im Aargauer Schwingverband über seinen Schützling und Klubkollegen vom Schwingklub Lenzburg und Umgebung.

Bleibt Nick Alpiger von Verletzungen verschont, dürfte er die Qualifikation für das «Eidgenössische» in Estavayer-le-Lac im August locker schaffen. Darauf angesprochen winkt Alpiger allerdings ab: «So weit nach vorne schaue ich nicht. Ich konzentriere mich stets auf den nächsten Einsatz, von Fest zu Fest und dort von Gang zu Gang.»

Auf dem Boden bleiben statt träumen

Das ist ganz nach dem Gusto von Guido Thürig. Nick solle jetzt einfach im Fluss bleiben und sich nicht von Zukunftsträumereien ablenken zu lassen. Frech bleiben und frisch von der Leber weg auf Sieg schwingen, das gehöre zu seinen Stärken, sagt der ehemalige Spitzenschwinger Thürig.

Dass er dabei auch Lehrgeld bezahlen muss, so wie in Sursee im sechsten Gang gegen den Eidgenossen Erich Fankhauser, der ihn mit einem «Kurz»-Angriff überraschte, gehört zum Geschäft. «Wichtig ist, dass ich aus Fehlern lerne und mich in der nächsten Begegnung auf die gleich Art und Weise nicht mehr so leicht übertölpeln lasse», so Alpiger.

Kein Krafttraining nötig

Erstaunlich ist, dass der 186 cm grosse und 98 kg schwere Alpiger auf spezielles Krafttraining verzichtet. Der Grund ist sein Beruf: Als Maurer sei man auch körperlich stark gefordert.Ausgleich zum Sport findet der 12-fache Kranzschwinger Nick Alpiger beim Fischen.

Wichtig ist für ihn seine Familie, die ihn rundum unterstützt. Und ob ihm seine Freundin auch immer brav die Daumen drückt, wenn er sich im Sägemehlring duelliert, weiss er nicht so genau, hofft das aber schwer. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am 17. April beim Guggibad-Schwinget oberhalb von Muri.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr