Innovationspark Schweiz: Kanton Aargau steigt ins Rennen

Der Aargau bewirbt sich mit dem Projekt «PARK innovAARE» in Villigen um einen Standort für den Innovationspark Schweiz. Wegen der Nähe zum Paul Scherrer Institut (PSI) mit seinen weltweit einzigartigen Grossforschungsanlagen sei das Untere Aaretal ein idealer Standort. Die Konkurrenz ist aber gross.

So könnte der Innovationspark beim Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen dereinst aussehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So könnte der Innovationspark beim Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen dereinst aussehen. Visualisierung Kanton Aargau

Der «PARK innovAARE» soll direkt beim PSI realisiert werden, der grössten interdisziplinären Forschungsstätte der Schweiz. Er ist ein gemeinsames Projekt von Wirtschaft, Forschung und Politik. Hinter den Plänen stehen neben dem PSI und dem Kanton Aargau auch Firmen wie ABB, Alpiq, Alstom, Axpo, Swissgrid und andere sowie die Fachhochschule Nordwestschweiz.

Die Unternehmen und die öffentlichen Körperschaften gründeten zu diesem Zweck eine Aktiengesellschaft. Ziel sei es, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung im Interesse des Technologietransfers im «PARK innovAARE» zusammenzubringen, sagten Vertreter der AG am Montag vor den Medien in Villigen.

Urs Hofmann verspricht, dass der Steuerzahler für diesen Park nicht zur Kasse gebeten wird. «Die Firmen werden nicht subventioniert», sagt der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor. «Sie zahlen marktübliche Mieten. Sie sollen nicht wegen billiger Büros nach Villigen kommen, sondern weil sie dort die einmalige Chance haben, mit dem PSI zusammenzuarbeiten.»

Der Kanton hält an der Trägerschafts-AG nur einen Anteil von 11 Prozent, das entspricht einem Aktienkapital von rund 300'000 Franken. Der Park soll von einem Investor gebaut werden. «innovAARE» würde sich im Gebäude einmieten und die Räume anderen Firmen weitervermieten. Im Sinn einer Anschubfinanzierung rechnet «innovAARE» mit Betriebskosten von 12 Millionen Franken für die ersten 10 Jahre. Dieses Geld ist bereits vorhanden.

Hervorragende Rahmenbedingungen

Zusatzinhalt überspringen

Innovationspark Schweiz:

Mit dem Projekt Nationaler Innovationspark wollen Bund, Kantone, Wissenschaft und Wirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz langfristig sichern. In der Nähe zu führenden Hochschulen oder Forschungsinstitutionen sollen Zentren entstehen, in denen Spitzenforschung und unternehmerische Innovationstätigkeit vereint
werden.

Durch die Kombination von Spitzenforschung und unternehmerischer Innovationstätigkeit würden strategische Wettbewerbsvorteile und Innovationen gefördert, sagte Remo Lütolf, Vorsitzender der Geschäftsleitung ABB Schweiz, laut einer Mitteilung. Gerade im Aargau, mit seinen führenden Hochschulen und Forschungsinstituten sowie der Nähe zur ETH in Zürich, seien die Rahmenbedingungen dafür hervorragend.

Für den «PARK innovAARE» wurden die vier Innovationsschwerpunkte «Mensch und Gesundheit», «Hochentwickelte Materialien und Herstellung», «Energie» sowie «Beschleunigertechnologie» definiert. Sie sind abgeleitet aus den Forschungsschwerpunkten des PSI und auf die Bedürfnisse der Industrie abgestimmt.

Konkurrenz von anderen Standorten

Der Nationale Innovationspark soll dezentral in Form eines Netzwerkes organisiert werden und neben zwei Hub-Standorten im Raum Zürich und Lausanne über mehrere Netzwerkstandorte verfügen. Die Kantone konnten sich – einzeln oder gemeinsam – bis Ende März 2014 bei der Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren bewerben. Mit dem Projekt «PARK innovAARE» bewirbt sich der Aargau nun für einen dieser Netzwerkstandorte.

Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen sei ein idealer Netzwerkstandort für den Innovationspark Schweiz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen sei ein idealer Netzwerkstandort für den Innovationspark Schweiz. Keystone

Daneben reichten am Montag auch die Kantone Jura, Basel-Stadt und Basel-Landschaft ihren gemeinsamen Vorschlag ein. Im Rennen sind nun quasi Projekte aus der ganzen Schweiz. So haben sich bereits die Regionen Zürich und Bern, die Zentral- und die Ostschweiz mit mehreren Projekten beworben, und auch die Romandie, das Wallis und das Tessin haben Vorschläge eingereicht.

Die kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren wollen im Sommer zuhanden des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung eine Empfehlung abgeben.