Jung trifft Alt – und es funktioniert

Blasmusik: Nicht nur etwas für ältere Semester – zumindest nicht bei der Musikgesellschaft Neuendorf. Der Verein weist einen Altersdurchschnitt von 34 Jahren auf. Der älteste Musiker ist sechzig Jahre alt, das jüngste Mitglied 13-jährig. Zum Vereinsjubiläum treffen sich Alt und Jung zum Gespräch.

Ein Mann und ein Knabe stehen im Radiostudio. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Matthias Wagner (links) spielt seit zwanzig Jahren in der MG Neuendorf, Sandro Heim seit wenigen Monaten. SRF

Sandro Heim ist seit Februar 2016 Mitglied der Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf. Der 13-jährige Schüler spielt Waldhorn. Er hat in der Musikschule gelernt zu spielen, später in der Jugendmusik.

Anders Matthias Wagner: Der SBB-Mitarbeiter ist seit zwanzig Jahren in der MG Neuendorf dabei. Die Tuba ist das Instrument des 56-Jährigen. Als er vor Jahrzehnten mit Musizieren begonnen habe, sei ihm das Musikwissen im Schnelldurchlauf vermittelt worden. Zeit zum Üben und Ausprobieren habe es damals nicht viel gegeben.

Die Jungen spornen die Älteren an

Heute spielen Matthias Wagner und Sandro Heim zusammen Musik. Jüngere und ältere Mitglieder im selben Verein, das funktioniere grundsätzlich gut, sind sich die beiden einig. Nach seinem Wechsel in die «grosse» Musik habe er aber schon ein wenig mehr üben müssen, damit er mit den Erwachsenen mithalten konnte, erzählt Sandro. Aber auch als 13-Jähriger sei er im Verein gut aufgenommen worden.

Die jüngeren Mitglieder würden die älteren regelmässig fordern, so Matthias Wagner. Die Musiker-Ehre lasse es nicht zu, dass die Jungen besser seien als die Alten. Es entstehe ein gesunder Wettkampf, der alle ansporne. Neben dem fordernden Wettkampf – zum Beispiel auch Musikfeste, an denen die Vereine bewertet werden – müsse aber auch das gesellige Vereinsleben Platz haben.

Weshalb die Musikgesellschaft Neuendorf einen Altersdurchschnitt von jungen 34 Jahren aufweist, auf diese Frage weiss Wagner keine abschliessende Antwort. Andere Vereine wiesen einen Durchschnitt von sechzig oder siebzig Jahren auf, Neuendorf habe also eigentlich ein Luxusproblem. Der Zustrom junger Musiker sei sehr erfreulich, die Frage stelle sich aber schon, weshalb vor allem ältere Mitglieder den Verein verlassen.

Musik-Flashmob im Einkaufszentrum

Dass der Verein jung geblieben ist, das liege aber auch am Dirigenten, so die beiden Musiker. Er studierte mit der Musikgesellschaft Neuendorf kürzlich einen Flashmob ein. Scheinbar zufällig kamen die Mitglieder mit ihren Instrumenten im Einkaufszentrum Gäupark zusammen, spielten ein Musikstück und verschwanden danach wieder. Eine tolle Aktion sei das gewesen, sagen Sandro Heim und Matthias Wagner. Etwas Modernes, das bei jüngeren und älteren Vereinsmitgliedern Anklang fand.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr

Youtube-Video des Flashmobs