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Jungwinzerin aus Küttigen «Wir sind eine richtige Weinfamilie»

Legende: Audio «Als Winzerin muss man schon sehr gerne Wein haben» abspielen. Laufzeit 11:56 Minuten.
11:56 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 03.10.2018.

Das Weingut der Familie Wehrli ist eines der grössten im Aargau. Auf 11 Hektaren produzieren Wehrlis jährlich bis zu 140'000 Liter Wein mit rund einem Dutzend Mitarbeitenden. Mit der Weinlese hat die Familie derzeit alle Hände voll zu tun, insbesondere Susi Steiger-Wehrli, die das Weingut in dritter Generation übernommen hat.

Susi Steiger-Wehrli

Susi Steiger-Wehrli

Winzerin

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Die 36-jährige Susi Steiger-Wehrli ist auf dem Weingut in Küttigen aufgewachsen. Sie absolvierte eine Lehrer als Winzerin und übernahm später den Betrieb von ihrem Vater. Steiger-Wehrli ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Auf dem Weingut helfen auch ihre Eltern mit, ihr Mann, ihr Bruder und ihre Schwägerin.

SRF News: Susi Steiger-Wehrli, wie gerne muss man als Winzerin eigentlich Wein haben?

Susi Steiger-Wehrli: Man muss sehr gerne Wein haben und offen sein für alle Weine, auch für diejenigen der Mitbewerber. Es gibt fast keine schlechten Weine mehr auf dem Markt.

Wie war das, auf einem Weingut aufzuwachsen? Mussten Sie schon als Kind mithelfen?

Wir sind eine Weinfamilie. Wir waren sehr stark involviert, das war schön. Wir haben viel gelacht, waren viel beieinander. Als Kinder konnten wir uns auch ein Sackgeld dazu verdienen, wir durften viel mithelfen. In der Pubertät war es natürlich manchmal auch ein «Müssen». Trotzdem war es insgesamt lässig.

Unser Nuggi wurde in Wein getunkt.

Mögen Sie sich erinnern, wann Sie das erste Mal ein Glas Wein getrunken haben?

Nein, nicht richtig. Wir haben aber erfahren, dass manchmal unser «Nuggi» im Wein getunkt wurde. Ganz klassisch bei einer Weinfamilie, damit sich der Gaumen des Kindes an den Geschmack gewöhnt.

Winzer ist traditionell eher ein Männerberuf. Haben Sie das zu spüren bekommen, als Sie den Betrieb von Ihrem Vater übernommen haben?

Eigentlich nicht. Die Leute haben mich von Anfang an akzeptiert, sie sahen die Powerfrau in mir. Das ist mein Eindruck. Was sie wirklich dachten, weiss ich natürlich nicht genau. Was man aber als Winzerin akzeptieren muss, ist, dass man nicht so stark ist wie ein Mann. Ein Mann braucht es auf einem Winzerbetrieb für gewisse Arbeiten.

2018 wird ein Mega-Jahrgang.

Was machen Sie anders als Ihr Vater?

Mein Mann war Gourmetkoch. Er sensibilisierte mich für filigrane Sensorik. Hier wird nicht nur auf saubere Weine geachtet, sondern auch auf Harmonie, Süsse, Säure und Tannin. Da bin ich stärker darauf eingegangen.

Zum Schluss: Was dürfen wir 2018 für einen Jahrgang erwarten?

Es ist ein Mega-Jahrgang. Das sagt man zwar fast jedes Jahr, dieses Jahr ist es aber wegen des ausserordentlichen Sommers wirklich sehr speziell. Wir haben so früh mit der Lese begonnen, wie noch nie. Das wird gewaltig.

Das Gespräch führte Wilma Hahn

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