Kaffee Oetterli Solothurn: «Fabrik ist keine Visitenkarte mehr»

Sie ist keine Schönheit: Die Fabrik der Oetterli & Co. AG in Solothurn. Das Gebäude aus dem Jahre 1874 hätte innen wie aussen Renovationen nötig. Soweit kommt es nun aber nicht. Der Traditionsbetrieb verlässt den Solothurner Stadtkern. Auch weil er dort eigentlich sowieso nicht hingehört.

«Diese Fabrik ist keine Visitenkarte mehr», erklärt Bernhard Mollet den Umzug. Der 45-Jährige ist Inhaber und Geschäftsführer eines Traditionsbetriebs in Solothurn, der Oetterli & Co. AG. In der Region ist das Unternehmen als Kaffee Oetterli bekannt. Das Marketing-Argument sei aber nur einer von vielen Gründen für den Wegzug, erklärt Mollet auf Anfrage von Radio SRF:

  • Beim 140-jährigen Gebäude wären viele Investitionen nötig.
  • Anlieferungen zum Gebäude mitten in der Stadt sind für Sattelschlepper schwierig.
  • Die Zufahrt ist nicht kundenfreundlich.
  • Der Mietvertrag läuft Ende 2017 aus.
  • Die Rösterei befindet sich in einer Zone für stilles Gewerbe.
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Der Neubau

Rund 2,5 Millionen Franken will die Oetterli & Co. AG am neuen Standort investieren. Geplant sind neben Büros und einer Produktionshalle auch ein Fabrikladen. Auch der Versand wird dort gemacht: Oetterli beliefert vor allem Gastronomiebetriebe in der Region Solothurn und Oberaargau. Pro Tag werden in Solothurn aktuell rund 800 Kilo Kaffee geröstet.

Dass der Kaffeegeruch der Rösterei manche Anwohner stört, komme noch hinzu, sagt Inhaber Mollet. Der Hauptgrund sei aber das alte Gebäude und dessen Infrastruktur, so der Inhaber. Produktives Arbeiten sei hier in den letzten Jahren immer schwieriger geworden.

«Die Büroräume sind über zwei Etagen verteilt und Produktion sowie Lager gar über drei. Ausserdem haben wir einen Warenlift, der in die Jahre gekommen ist», erklärt Mollet. Investitionen hätten sich nicht gelohnt, deshalb plant die Oetterli & Co. AG nun einen Neubau.

Weg von Solothurn und doch noch da

Der Neubau der Firma soll am Stadtrand von Solothurn neben der Uhrenfirma Remonta, die zum Bahnuhrenhersteller Mondaine gehört, gebaut werden. Die Oetterli & Co. AG wird somit in Zukunft auf Biberister Boden wirtschaften. Der Nebau sei eine Investtion in die Zukunft, fügt Geschäftsführer Mollet an. «Keine Firma kann 300 Jahre am gleichen Ort bleiben. Das ist heute anders als früher.» Sicher ist: Der Personalbestand von elf Personen wird auch am neuen Ort gleich bleiben, hält Mollet fest.

«Wir wollten nicht weg von Solothurn und so sind wir immer noch in der Stadt», sagt Mollet. Und im Solothurner Stadtkern sei man ja trotzdem noch vertreten, fügt Mollet an. Seit kurzem befinde sich dort die Stadtrösterei: Ein Kaffee, das zur Oetterli & Co. AG gehört.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 06:32 Uhr)