Zum Inhalt springen

Aargau Solothurn Kanton Aargau bleibt dabei, zuerst kommt der TCS-Heli

Das Aargauer Gesundheitsdepartement behält beim Thema Luftrettung den Status quo bei. Weiterhin wird der TCS/AAA-Heli im Birrfeld zuerst aufgeboten. Ist dieser nicht verfügbar, kommt die Rega-Maschine zum Einsatz. Die beiden Unternehmen sind zerstritten.

Legende: Video Kanton Aargau: Erst TCS, dann Rega abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.07.2013.

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega und die Alpine Air Amublance (AAA), an welcher der TCS beteiligt ist, hatten sich im Kanton Aargau seit Mitte April die Rettungsflüge streitig gemacht. Weil sich die Streithähne nicht auf eine gemeinsame Koordination der Rettungseinsätze einigen konnten, sprach der Kanton nun ein Machtwort.

Positive Erfahrungen

Die Einsatzleitstelle 144 am Kantonsspital Aarau wird künftig weiterhin den auf dem Flugplatz Birrfeld stationierten TCS/AAA-Helikopter in die Lüfte schicken. Ist er nicht verfügbar oder ist ein Rettungseinsatz im unteren Fricktal notwendig, kommt die Rega zum Zug. Bei komplizierten Rettungseinsätzen werde direkt die Rega alarmiert, so der Aargauer Kantonsarzt Martin Roth: «Für Rettungen mit Seilwinden ist der TCS nicht ausgerüstet.»

Ein  gelber Helikopter vom TCS setzt zur Landung auf das Kantonsspital Aarau an. Im Hintergrund Wolken, im Vordergrund Bäume.
Legende: Ein TCS/AAA-Helikopter setzt zur Landung auf das Kantonsspital Aarau an. Ein Bild, an dem der Kanton festhalten will. SRF

Die AAA erfülle sämtliche gesetzlichen Bedingungen als Transport- und Rettungsunternehmen und sei im Besitze der entsprechenden Bewilligungen, begründet das aargauische Departement Gesundheit und Soziales den Entscheid in einer Mitteilung vom Donnerstag. Zudem seien die im Rahmen der bisherigen Übergangslösung gemachten Erfahrungen positiv. Die Zusammenarbeit zwischen der Einsatzleitstelle und der AAA habe sich im Alltag bewährt.

Mit dem TCS/AAA-Heli stehe den Patienten und Patientinnen im Kanton Aargau ein zusätzliches Rettungsmittel zur Verfügung, das über einen Notarzt verfüge und sehr schnell am Einsatzort sei, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Helikopter des TCS ist im Birrfeld stationiert und daher meist schneller vor Ort als die Rega aus Basel oder Zürich.

TCS Rettungsflüge nur im Aargau

AAA und TCS begrüssen in einer gemeinsamen Mitteilung den Entscheid «zugunsten der Bevölkerung». Der Beschluss das Aargauer Gesundheitsdepartementes ermögliche eine professionelle und schnelle Versorgung der Patientinnen und Patienten. Den Vorwurf, der TCS wolle mit den Rettungsflügen ein gutes Geschäft machen, lässt Rudolf Zumbühl, Mitglied der Geschäftsleitung des TCS, nicht gelten: «Von einem Geschäft mit Rettungsflügen kann nicht die Rede sein». Aber wenn ein vollständig ausgerüsteter Helikopter zur Verfügung stehe, dann solle der doch auch eingesetzt werden.

Ein Ausbau der Rettungsflugdienste auf andere Kantone sei nicht geplant, so Rudolf Zumbühl: «Der TCS rückt nur aus, wenn er von der Aargauer Einsatzzenrale dazu aufgefordert wird.»

Rega fliegt auch als zweite Wahl

Die Rega nehme den Entscheid zur Kenntnis und respektiere ihn, teilte die Rega mit. Sie wolle den Entscheid der Regierung nicht anfechten. Für die operative Tätigkeit ändere sich nichts. Die Rega steht der Aargauer Bevölkerung nach wie vor rund um die Uhr mit ihrem gesamten Einsatzspektrum zur Verfügung.

Zudem, wer die Notfallnummer 1414 wählt, gelangt weiterhin direkt zur Rega. Über diese Nummer rückt auch in Zukunft die Rega aus und nicht der TCS-Heli, auch im Aargau.

Beim Departement für Gesundheit und Soziales bedauert man, dass der TCS und die Rega sich nicht auf eine gemeinsame Helikopterrettungs-Disposition einigen konnten. Man gebe der Hoffnung Ausdruck, dass ein solcher Schritt in Zukunft doch noch gelinge, heisst es beim Kanton.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ronald Meier, Oberbalm
    Ich finde es schade, dass nun auch bei der Rettung von Menschenleben der Konkurrenz- und Preiskampf im Vordergrungd steht. Bis anhin die Qualität und Sicherheit bei Rettungsaktionen der REGA immer an erster Stelle gestanden. Und sie hat dies vorzüglich gemacht! Die grosse Anerkennung der roten Engel am Himmel haben sich die Retter und Piloten, die oft auch ihr eigenes Leben für Menschen in Not riskiieren, reglich verdient. TCS für die Strasse und die REGA in der Luft!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Urs Sahli, Rubigen
      Herr pflichte Ihnen bei. REGA in der Luft - TCS auf der Strasse. Ich weiss nicht, was in die TCS-Oberen gefahren ist. Sehen die noch zu wenig Money, Money, Moey? Die REGA mit ihrer jahrelangen Aktivität haben sicher die grössere Erfahrung. Sollte ich, was hoffentlich nie passiert inmal in der Lage sein, mit dem Heli gerettet oder transportiert werden, kommt für mich nur die REGA in Frage. Dies trotz meiner TCS Mitgliedschaft.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Urs Rösli, Zü¨rich
      Ich gehe mit den Herren Meier und Sahli einig. Habe andernort bereits geschrieben:I Ich habe einfach das Gefühl, der TCS hat eine Ecke gefunden, wo er auch noch mitverdienen will. In meinen Augen hat die Rega das ganze Know-how entwickelt und aufgebaut und der TCS will sich jetzt in ein fertiges Nest setzen. Der Verunfallte, Kranke ist dem TCS egal. Hauptsache, er kann der Rega ein's Auswischen. Nicht gerade sauber. Ehrlich gesagt, mein Vertrauen in die Rega ist grösser!!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Hunziker, 4456 Tenniken
    Sehr geehrte Frau Hochuli Ich weiss nicht, ob Sie hier gut beraten wurden. Ich warte gespannt auf den Unfall, durch den der TCS-Heli in Kritik gerät.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen