Kanton Aargau legt zu: Plus 6500 Personen im letzten Jahr

Der Aargau ist beliebt bei Zuzügern. Die Bevölkerung wächst stetig, im letzten Jahr um 6500 Personen auf total 627‘893 Einwohner. Dieses Wachstum ist eine grosse Herausforderung, denn die Zuzüger brauchen Wohnraum. Sins liegt im oberen Freiamt und will aus Landwirtschaftszonen Wohnraum schaffen.

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Boom-Kanton Aargau

4:06 min, aus Schweiz aktuell vom 4.7.2013

Der Kanton Aargau wächst und wächst: Alleine im letzten Jahr um 6500 Personen auf total 627‘893 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum im Aargau ist vor allem auf die Zuwanderung aus andern Kantonen zurückzuführen. Mehr Einwohner brauchen auch mehr Wohnraum. Die Gemeinde Sins im Süden vom Kanton Aargau ist ein Beispiel dafür, sie will ihre Siedlungs-Zone um neun Hektaren vergrössern.

Bereits im Grossen Rat war dieses Vorhaben umstritten: Für die bürgerlichen Parteien ist Sins ein ländliches Zentrum, das gut wachsen könnte. SP und die Grünen sehen vor allem den Druck von Zuzügern aus dem Kanton Zug, die in Sins zahlbaren Wohnraum finden. Aber sie kritisieren die geplanten Einzonungen, sie seien zu gross.

«Landwirtschaftszonen umwandeln in Wohnraum»

Der Gemeindeammann von Sins, Josef Huwiler sieht von seinem Büro aus auf das Gebiet, wo die neuen Siedlungen entstehen sollen. Die Gemeinde möchte den Bauern das Land abkaufen und einzonen. «Nicht nur für die Neuzuzüger, auch für viele Einheimische möchten wir neuen Wohnraum schaffen und hoffen, dass wir die Landwirtschaftszone in Wohnraum umwandeln können.»

Nicht alle Einwohner sind mit diesen Plänen einverstanden. Sie befürchten durch die neuen Siedlungen eine dramatische Zunahme des Verkehrs und finden, Sins sollte im Moment nicht noch mehr wachsen. Eine Unterschriftensammlung haben 400 Personen unterzeichnet. Auch auf Bauernseite stösst die Umzonung auf Ablehnung. Der Geschäftsführer vom Bauernverband Aargau, Ralf Bucher, warnt, dass mit der Einzonung Kulturland für immer verloren geht.

«Sins ist ein gutes Beispiel»

Baudirektor Stephan Attiger sagt, dass Sins eine Zentrumsgemeinde sei und ein gewisses Wachstum nötig sei. Aber Sins plane für einen langfristigen Zeitraum, für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Stephan Attiger: «Sins ist mit seinem verdichteten Bauen ein gutes Beispiel. Dass die Gemeinde jetzt den Siedlungsraum erweitern will, gehört zum Wachstum.»

Das letzte Wort haben aber die Einwohner von Sins: Sie stimmen im Herbst darüber ab, ob die Zuzüger-Siedlung entsteht oder nicht.