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Aargau Solothurn Kantone müssen um Axpo-Millionen zittern

Nach den erneuten Abschreibungen in Milliardenhöhe wird der Stromkonzern Axpo in diesem Jahr rote Zahlen schreiben. Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini spricht sich darum für die Streichung der Dividende aus. Den Besitzerkantonen könnten dadurch Millionen entgehen.

  • Die Besitzerkantone der Axpo haben in den vergangenen Jahren stets vom Erfolg des Stromkonzerns profitiert, sie haben Dividenden in Millionenhöhe erhalten.
  • Die Axpo musste nun aber grosse Wertkorrekturen und Abschreibungen vornehmen, die das Geschäftsergebnis belasten (wir berichteten).
  • Die Axpo möchte darum die Dividendenzahlung einstellen. Das heisst den Besitzerkantonen fehlen Millionen Franken in der Kasse.
  • Der Kanton Aargau rechnet in seinem Finanzplan 2015 bisher trotzdem mit einer Ausschüttung von fünf Millionen Franken.

Über die Auszahlung, die in den vergangenen Jahren stets über 70 Millionen Franken betrug, entscheiden die Aktionäre, also auch die Nordostschweizer Kantone selbst. Im Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster» vom Montag lässt Lombardini aber durchblicken, dass er eine Dividendenauszahlung momentan ablehnt.

Würden es die Menschen verstehen, wenn wir den Kantonen eine Dividende ausschütten, obwohl die Axpo so hohe Abschreibungen vornehmen muss und so wenig Geld verdient?
Autor: Robert LombardiniVerwaltungsratspräsident Axpo
Axpo Schild mit Stromleitungen im Vordergrund
Legende: Läuft es der Axpo schlecht, dann leiden auch die Besitzerkantone der Nordwestschweiz darunter. Keystone

«Würden es die Menschen verstehen, wenn wir den Kantonen eine Dividende ausschütten, obwohl die Axpo so hohe Abschreibungen vornehmen muss und so wenig Geld verdient?», fragt Lombardini.

Hinzu komme, dass das Unternehmen auch Stellen abgebaut habe. Eine Dividende müsse angemessen sein im Verhältnis zum Ertrag, den Aussichten und der Bilanz des Unternehmens.

«Die erste Priorität muss sein, dass die Axpo dieses Tal der Tränen möglichst gut überlebt», sagte Lombardini. Entscheiden werde die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats, der seinerseits noch nicht entschieden habe. Die Kantone sähen die Frage unterschiedlich. Lombardini vertritt als einziger im Gremium keinen Kanton.

Warnung vor Teufelskreis

Lombardini warnt auch davor, dass der Badener Konzern ein schlechteres Rating fürchten müsste, wenn eine allfällige Ausschüttung die Bilanz schwächen sollte. Dann würden die Zinskosten steigen und das Unternehmen noch weniger Geld verdienen. «Wenn das einmal beginnt, geraten wir in einen Teufelskreis.»

Axpo gab am Freitagabend bekannt, dass das Unternehmen den Wert seines Kraftwerkparks und seiner Bezugsverträge um 1,5 Milliarden Franken nach unten korrigiert.

Für das Ende September ablaufende Geschäftsjahr rechnet Axpo mit einem hohen Verlust. Schon in den vergangenen Jahren hatte Axpo insgesamt eine Milliarde Franken abgeschrieben.

Nach einer Aufstellung der «Nordwestschweiz» hatte Axpo 2008 noch 159 Mio. Fr. an die Besitzer ausgeschüttet. Bis im vergangenen Jahr sank der Betrag auf 74 Mio. Franken. An Axpo sind die Kantone Zürich, Aargau, Schaffhausen, Glarus und Zug direkt beteiligt. Kraftwerke aus weiteren Kantonen halten ebenfalls Anteile.

Kanton Aargau rechnete mit Einbusse

Der Kanton Aargau hielt sich heute auf Anfrage von Radio SRF mit Reaktionen zurück. «Wir haben die Aussagen von Robert Lombardini zur Kenntnis genommen und werden die Situation analysieren.» Trotzdem plant der Kanton weiterhin mit dem Geld der Axpo. Ebenfalls nach wie vor von einem Beitrag des Stromkonzerns für das nächste Jahr gehen die Kantone Thurgau, St. Gallen und die beiden Appenzell aus.

Man habe zwar mit einer tieferen Dividende gerechnet, aber nicht mit gar keiner, heisst es auf Anfrage. Im Budget von 2015 wird mit einer Ausschüttung von fünf Millionen Franken gerechnet. Dies entspricht der Hälfte der letzten Ausschüttung.

2 Kommentare

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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Das ist Resultat von Energie-Wende Planwirtschaft pur. 25 Mia€ pro Jahr pumpt DE alleine in Subventionierung von Solar+Wind. Da Gesellschaft auf 99.99% Versorgungssicherheit angewiesen ist, Solar+Wind unvorhersehbar liefern, ist kein einziges Kohlekraftwerk weniger in Betrieb, im Gegenteil. Und diese können technisch nicht schnell abgeschaltet werden, daher das subventionierte Ueberangebot aus EU, das CH Wasserkraft als sauberste aller Energien nun unrentabel macht. Völliger Widersinn.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Interessant ist der Sachverhalt, dass in den größten Schweizer Stromkonzerne neue CEO's sitzen. Haben Stromlücken Propheten wie Karrer das sinkende Schiff verlassen? 20 Jahre Ökostrom Verhinderung durch den Strom- u. Politfilz führten zur heutigen Situation. Wenn Leute wie Karrer als CEO den Markt nicht spüren u. nur Pfründenpolitik betreiben, dann sind solch CEO's ihr Geld einfach nicht wert. Ein geldwerter CEO muss das Gras Wachsen hören u.bleibt an Bord wenn es brenzlig wird.
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