Kaugummi-Konzern: Für die Migros-Industrie ist Buchs zentral

Die Industriebetriebe der Migros haben im letzten Jahr mehr Umsatz gemacht. Dazu beigetragen haben auch und die Betriebe in Buchs bei Aarau. Chocolat Frey und Mibelle stellen beliebte Produkte her, die zu einem grossen Teil exportiert werden. Kaugummi ist eines der erfolgreichsten Produkte.

Kaugummi-Sorten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kaugummis sind ein Export-Schlager der Chocolat Frey. SRF

Das Gebäude neben der riesigen Schokolade-Fabrik von Chocolat Frey in Buchs ist klein und unscheinbar. Es ist die Kaugummi-Fabrik. Aber sie ist sehr erfolgreich. Seit 40 Jahren macht die Migros in Buchs Kaugummi.

Mittlerweile ist es die einzige Kaugummi-Fabrik in der Schweiz. 5000 Tonnen Kaugummi werden hier pro Jahr hergestellt. Der grösste Teil davon geht in den Export. Buchs könnte sich, wenn die Gemeinde es wollte, als Kaugummi-Hauptstadt von Europa bezeichnen.

Die weichen Produkte aus Buchs gibt es nämlich überall in Europa zu kaufen. Allerdings nicht unter der Marke «Frey», sondern als Eigenmarken verschiedener grosser Handelsketten.

Migros kannibalisiert eigene Marke

Chocolat Frey hat 2013 den Umsatz leicht gesteigert auf fast 400 Millionen Franken. Vor allem der Export war erfolgreich. Er wuchs zweistellig. Im Inland hingegen weht Chocolat Frey ein steifer Konkurrenz-Wind um die Ohren.

Hans-Ruedi Christen und Walter Huber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hans-Ruedi Christen (Chef Chocolat Frey) und Walter Huber (Chef Migros-Industrie) stellen ihre Jahreszahlen 2013 vor. SRF

Die Hausmarke der Migros hat nämlich in den Regalen ihrer Besitzerin schon länger kein Monopol mehr. «Wir haben dort eine gewisse Kannibalisierung», sagt Hans-Ruedi Christen, Chef von Chocolat Frey. «Es gibt heute schon verschiedene Markenprodukte in der Migros, die uns konkurrenzieren.»

Über Konkurrenz aus Buchs können sich allerdings auch ausländische Firmen beklagen. Die Migros beliefert nämlich von Buchs aus verschiedenste Kunden in ganz Europa mit Kosemtika und Waschmitteln. Produziert werden sie in der Mibelle-Fabrik, die zusammen mit Werken in Frenkendorf (BL) und in England die Mibelle-Gruppe bildet. Ihr Export-Anteil ist sehr hoch: Etwa 40 Prozent der Produktion werden bereits ins Ausland verkauft.

Chocolat Frey und Mibelle Buchs gehören zur Migros-Industrie. Die Produktionsbetriebe der Migros sind im vergangenen Jahr vor allem im Grosshandel und im Ausland gewachsen. Insgesamt legte der Umsatz um 6,3 Prozent auf 5,763 Milliarden Franken zu.

Migros-Industrie lebt auch von Exporten

Zur Steigerung trug unter anderem die Übernahme von CCA Angehrn sowie der Bündner Käsespezialist Bergsenn AG bei. Ohne diese wäre der Umsatz um 3,4 Prozent gewachsen, teilte die M-Industrie am Dienstag vor den Medien in Buchs mit. Die Akquisitionen trieben vor allem den Umsatz im Grosshandel in die Höhe.

Auch im internationalen Geschäft konnte sich die M-Industrie steigern. Hier nahm der Umsatz um 7,3 Prozent auf 513 Millionen zu. Das Exportgeschäft aus der Schweiz habe überproportional zum Wachstum beigetragen, hiess es. Haupttreiber seien Kosmetika, Wasch- und Putzmittel, Schokolade, Kaffeekapseln und Käse gewesen.

Mibelle beschäftigt am Standort Buchs etwa 460 Mitarbeiter, die Chocolat Frey etwa 900 Angestellte. Ingesamt hat die M-Industrie über 11'000 Mitarbeiter.

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