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Aargau Solothurn Kehrichtdeponien: Aargauer Gemeinden machen ihre Hausaufgaben

Bis in die 1970er Jahre hinein war es normal: Gemeinden entsorgten ihren Kehricht am Dorfrand oder am Waldrand. Rund 600 solche Deponien gibt es im Aargau. Nachdem die Gemeinden erste Untersuchungen durchgeführt haben, kann der Kanton nun bei rund einem Fünftel der Deponien Entwarnung geben.

Berge von Abfallsäcken
Legende: Im Kanton Aargau gibt es rund 600 ehemalige Abfalldeponien. Ein Teil davon muss bald saniert werden. Keystone (Symbolbild)

Die Gemeinde Bettwil teilte am Montag mit: Bei der ehemaligen Deponie Junkholz sei mit Belastungen des Untergrundes und allenfalls sogar des Grundwassers zu rechnen. Im Rahmen der historischen Untersuchung erzählten ältere Dorfbewohner unter anderem von Kühlschränken, die im Junkholz entsorgt worden seien.

Solcher Kehricht könnte für die Umwelt zur Gefahr werden. Das Kühlmittel in den Kühlschränken könnte beispielsweise ins Grundwasser geraten. Nun werde in Bettwil eine technische Untersuchung mit Sondierungen gestartet. Diese soll das Ausmass der Verschmutzung klären.

Bettwil ist kein Einzelfall. Im Kanton Aargau gibt es in 180 Gemeinden rund 600 solcher Deponien, welche derzeit näher untersucht werden. 2012 hatte der Kanton die Gemeinden dazu aufgefordert.

Gemeinden sind auf Kurs

Peter Kuhn, Leiter Abfälle und Altlasten beim Kanton, zieht eine positive Zwischenbilanz: Die meisten Gemeinden seien etwa so weit wie Bettwil, hätten eine historische Untersuchung durchgeführt, also zum Beispiel mit älteren Bewohnern gesprochen und Dokumente über Deponien gesichtet. Diese Gemeinden stünden jetzt vor einer technischen Untersuchung mit Bohren und Baggern.

Nur von rund einem Dutzend Gemeinden habe der Kanton noch keinerlei Rückmeldung erhalten. «Dort werden wir in den nächsten Wochen mit den Gemeinden abklären, wo sie stehen», sagt Peter Kuhn gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Erste Entwarnungen

Dass die Gemeinden mit den Abklärungen vorwärts machen, liegt in ihrem eigenen Interesse. Beginnen sie bis 2017 mit einer allfälligen Sanierung ihrer Deponien, übernehmen Kanton und Bund 70 Prozent der Kosten. Und so eine Sanierung kann rasch teuer werden. Alleine die Abklärungen, die derzeit im Aargau laufen, kosten insgesamt rund 20 Millionen Franken.

Nicht alle 600 Deponien müssen saniert werden. Und nicht bei allen Deponien ist eine technische Untersuchung nötig. «Bei einem Fünftel bis einem Viertel der Deponien kann man bereits nach der historischen Untersuchung sagen, dass keine Gefährdung besteht», zieht Peter Kuhn vom Kanton eine weitere positive Zwischenbilanz auf dem Weg zu einem saubereren Aargau.

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