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Wie weiter mit den Baulandreserven im Zurzibiet: Interview mit Dunja Kovári, Planungsleiterin Zurzibiet Regio
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 31.01.2020.
abspielen. Laufzeit 06:26 Minuten.
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Kein Bau-Boom im Zurzibiet Bauland im Überfluss – gebaut wird trotzdem wenig

Viel und vor allem sehr preiswertes Bauland findet sich im Zurzibiet im Norden des Kantons Aargau entlang der Grenze zu Deutschland. Zwar gibt es auch im Zurzibiet Gegenden, wo Bauland sehr begehrt und knapp ist, allerdings zeigt eine neue Umfrage des Gemeindeverbandes Zurzibiet Regio nun, dass es aktuell über 900 freie Bauparzellen gibt, viele davon bereits erschlossen. Damit gibt es Zurzibiet eine Baulandreserven, von der andere Regionen im Aargau nur träumen können.

Trotz eines Überflusses an Bauland wird in der Aargauer Randregion verhältnismässig wenig gebaut. Das habe verschiedene Gründe, erklärt Dunja Kovári, die Planungsleiterin des Gemeindeverbandes Zurzibiet Regio.

Dunja Kovári

Dunja Kovári

Stadt- und Regionalplanerin

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Dunja Kovári ist Planungsleiterin von Zurziebiet Regio. Sie ist Mitinhaberin der Agentur sa_partners in Zürich und sie ist Mitglied in diversen Stadtbaukommissionen. Eines ihrer Spezialgebiete ist die integrierte Stadt- und Regionalentwicklung.

SRF: Warum wird trotz der vielen Baulandreserven wenig gebaut im Zurzibiet?

Dunja Kovári: Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits gehören Grundstücke häufig Erbengemeinschaften, die sich nicht einig sind. Und ein ganz triftiger Grund sind auch die tiefen Baulandpreise. Es ist noch gang und gäbe im Zurzibiet, dass es Bauland für um die 250 Franken pro Quadratmeter gibt. Und hier denken viele, dass man vielleicht noch einen höheren Preis erzielen kann, wenn man noch etwas zuwartet mit dem Verkauf.

Was bedeuten die Ergebnisse dieser Studie nun? Man sieht konkret, wo es noch Bauland gibt, was macht man mit dieser Erkenntnis?

Eine grosse Erkenntnis ist, dass es mehr Arbeit an der Basis braucht. Insbesondere müssen die Gemeinden die Zusammenarbeit mit den Eigentümern intensivieren. Es ist auch so, dass man bei Nutzungsplanungsrevisionen das Bauland besser berücksichtigen muss, dass es auch wirklich verfügbar ist.

Man könnte aber auch sage, dass es eigentlich schön ist, wenn es im Aargau noch Regionen gibt, die nicht so stark verbaut und zubetoniert sind. Warum soll man denn hier die Bautätigkeit forcieren?

Das ist natürlich eine berechtigte Frage. Das Zurzibiet möchte auch keinesfalls eine Entwicklung um jeden Preis. Es ist aber auch so, dass das Zurzibiet ähnlich wie Berggebiete eine strukturschwache Region ist, die auf etwas Entwicklung angewiesen ist. Hier geht es zum Beispiel auch um die Erhaltung von Schulstandorten usw. Es geht um diese Entwicklung, die wir mit der aktuellen Planung forcieren wollen. Ich glaube, der Umgang mit den kleinen Baulandreserven ist auch nur ein Baustein der Entwicklungsplanung, in der wir den Fokus klar auf eine qualitative Entwicklung legen. Daneben geht es dann vor allem auch um die vielen grossen Baulandreserven mit 5000 Quadratmetern oder mehr, hier soll unter Mitwirkung der Gemeinden eine qualitative Entwicklung entstehen.

Das Gespräch führe Bruno von Däniken.

SRF 1, Regionaljournal Aargau Solothurn, 17.30 Uhr, gutm

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Das ist der ewige Ortsplanungskreislauf: Zu wenige Schulkinder in einem Dorf werden mit Neuüberbauungen für mehr Wohnbevölkerung bekämpft. Die Bevölkerungs- und Kinderzahlen wachsen. Dann hat man plötzlich zu viele Kinder und man muss die Schulanlage erweitern. Wenn die Kinder das Dorf verlassen haben und sich die Schulanlagen leeren, kommt wiederum der Ruf nach Neuüberbauungen für neue Zuzüger*innen. Von diesem Kreislauf profitieren einzig die Lehrerschaft und die Baulobby des Dorfes.
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