Kein «Klasse wiederholen» mehr an Aargauer Oberstufenschulen

Viele Aargauer Schüler haben am 8. August das neue Schuljahr gestartet. Es gibt einige Dinge, die sich auf das neue Schuljahr ändern. Zum Beispiel gibt es keine Abschlussprüfungen mehr für den Übertritt an ein Gymnasium. Und das Schuljahr darf in der Oberstufe nicht mehr wiederholt werden.

Schüler im Kreis Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: An der Oberstufe können Schüler das Schuljahr nicht mehr wiederholen. Keystone

Neu hilft bei der Lehrstellensuche für Jugendliche eine spezielle App, die mittels Push-Nachrichten den Schülern meldet, wenn eine Lehrstelle frei ist. Dies ist der Fall, wenn die Lehrstelle auf dem kantonalen Lehrstellennachweis als frei gemeldet ist.

Nicht nur Lehrlinge starten in einen neuen Lebensabschnitt, auch Schüler, die ihre Schulkarriere antreten. Am 8. August haben im Aargau total 74'500 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr in der Volksschule gestartet. Auch dieses Jahr gibt es einige Änderungen im Schulsystem.

Die wichtigsten Änderungen:

  • Erstmals gibt es am Ende des Schuljahrs 2016/2017 für alle Schüler am Ende ihrer obligatorischen Schulzeit ein Abschlusszertifikat, zusätzlich zum Zeugnis. Dieses ist ergänzend und soll die Leistungen an der Volksschule aussagekräftig dokumentieren.
  • Neu gibt es flächendeckende Leistungschecks. Daraus wird das Abschlusszertifikat erstellt.
  • Neu gibt es für den Übertritt an eine «Kanti» (Gymasium) keine Abschlussprüfung mehr. Es zählt der Notendurchschnitt (4,7 wäre dafür nötig).
  • Es gibt keine Aufnahmeprüfungen an die Bezirks- oder Sekundarschule.
  • Eine Wiederholung des Schuljahrs ist an der Oberstufe nicht mehr möglich.
  • Für den Kindergarten ist die Unterrichtssprache Mundart verbindlich.
  • 11 Schulen dürfen ihr Geld als Versuch für die Lektionen frei einteilen. Der Schulversuch dauert zwei Jahre.

Weniger Schüler ohne Anschluss-Lösung

Die neusten Auswertungen des Kantons zeigen zudem, das es immer weniger Übergangslösungen braucht nach der Volksschule. 83 Prozent der Schüler haben zuletzt eine Anschlusslösung gefunden. 2008 waren es noch 77 Prozent.

Bis etwa 2013 haben vor allem Übertritte an ein Gymnasium, sprich eine Kantonsschule, im Aargau zugenommen. Nun haben über 60 Prozent der Schüler eine duale Berufslehre gewählt.