Keller: «Ich hatte nie negative Gefühle gegenüber dem Hockey»

Es geschah im März 2013: Bei einem Eishockey-Spiel wurde der EHC Olten-Spieler Ronny Keller am Rückgrat verletzt. Seither ist er querschnittgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Trotzdem ist er dem Sport treu geblieben und leitet heute sogar einen Eishockeyclub.

Ronny Keller sitzt beim Interview an seinem Schreibtisch bei seinem Arbeitgeber in Uster. Er betreut von hier aus die Kunden eines Treuhänderbüros. Vor ihm stapeln sich Klarsichtmäppchen und Bundesordner. Ronny Keller hat viel zu tun. Trotzdem nimmt er sich Zeit für den SRF-Reporter.

Was treibt ihn um? «Ich brauche wöchentlich immer noch eine Therapie, anderseits gehe ich einem Job nach und als drittes bin auch noch Präsident des Hockey Thurgau», erklärt Ronny Keller seine volle Agenda. Sein Eishockeyclub macht ihm zurzeit viel Arbeit. Es laufen nämlich die Vorbereitungen für die neue Saison.

Ronny Keller ist also seinem Sport, seiner Sportart treu geblieben. Er habe nie negative Gefühle gegenüber dem Eishockey gehabt, trotz des Unfalls, sagt er heute. Der Unfall stellte sein Leben von einer auf die andere Sekunde völlig auf den Kopf.

«  Ich habe akzeptiert, dass es schlechte Tage gibt. »

Ronny Keller

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ronny Keller heute in einem Treuhänder-Büro, und ist nebenbei Präsident von Hockey Thurgau. SRF Mario Gutknecht

Am 5. März 2013 wurde der ehemalige EHC-Olten-Verteidiger von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft in die Bande gecheckt. Ronny Keller verletzt sich dabei an der Wirbelsäule. Seither ist er querschnittgelähmt. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Frage nach dem «Wie weiter?»

«Ich habe mir überlegt: Will ich das noch, will ich so weiterleben?», erzählt Keller mit ruhiger Stimme im Interview mit Radio SRF. So habe er zuvor noch nie in seinem Leben gedacht. Er hat sich fürs Weiterleben entschieden. Auch wenn es heute teilweise noch schwierig sei.

Er akzeptiere heute, dass es auch schwierige Tage gibt. Tage, an welchen er alles hinterfragt. Dann müsse er an etwas Positives denken. «Man muss nicht immer das Negative sehen und das, was nicht mehr möglich ist», sagt Keller. Heute freut er sich an Dingen, die möglich sind, etwa Ferienreisen. «Einfach mal vier Stunden im Liegestuhl liegen und ein Buch lesen». So findet der ehemalige Eishockey-Profi seine Ruhe.