Kernkraftwerk Beznau investiert 500 Millionen in die Sicherheit

Die Katastrophe in Fukushima zeigte, was passiert, wenn die Stromversorgung zusammenbricht. Dann können die Reaktoren nicht mehr genügend gekühlt werden. Das Kernkraftwerk Beznau bereitet sich nun auf diesen Fall vor. Es verbessert die Notstromversorgung.

Sattelschlepper mit einem Dieselgenerator Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Sattelschlepper brachte einen der vier Dieselgeneratoren. SRF

Das Atomkraftwerk Beznau ist zurzeit eine grosse Baustelle. Neben den Reaktorgebäuden entstehen zwei neue Gebäude. Diese haben die Grösse von Mehrfamilienhäusern. Im Innern installiert das AKW Beznau je zwei Dieselgeneratoren. Diese sollen dafür sorgen, dass im Notfall der Strom nicht ausfällt und so die Wasserkühlung der Reaktoren nicht zusammenbricht.

Ein Hubstapler hebt einen Dieselgeneratoren an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In jedem der zwei neuen Gebäude kommen zwei Dieselgeneratoren unter. SRF

Um dies zu garantieren, seien die Gebäude so gebaut, dass sie Überschwemmungen, Erdbeben und auch einen Flugzeugabsturz aushalten würden, sagte der Projektleiter Roland Schmidiger gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Die neue Notstromversorgung kostet dabei 500 Millionen Franken.

Es ist allerdings nicht das einzige System, welches in einem Notfall einspringen könnte. Das Atomkraftwerk könnte seinen Strom auch aus dem regionalen Netz und direkt vom benachbarten Wasserkraftwerk beziehen. Zudem verfügt das KKW bereits jetzt über zwei mobile Dieselgeneratoren.

Das Projekt mit der neuen Notstromversorgung hat das AKW Beznau bereits 2007 gestartet, also noch vor der Atomkatastrophe in Fukushima. Jedoch wurde das Projekt angepasst. So wurden etwa die Gebäude noch erdbebensicherer konstruiert.

Arbeiter isolieren ein Gebäude. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für die neue Notstromversorgung hat das AKW zwei neue Gebäude erstellt. SRF

Greenpeace kritisiert das Projekt

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält nicht viel vom neuen Notstromsystem. Die Sicherheit werde mit den neuen Generatoren kaum erhöht, sagte Florin Kasser, AKW-Experte bei Greenpeace gegenüber Radio SRF. Es sei nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Das Problem des Atomkraftwerks liege viel mehr im Alter. Neuere Atomkraftwerke, wie etwa das AKW Gösgen, seien rein konstruktionsbedingt sicherer.

Insgesamt hat das AKW Beznau rund 500 Millionen Franken in die neuen Dieselgeneratoren investiert. Dies ist rund ein Viertel der gesamten Investitionen, seit das AKW vor 44 Jahren ans Netz ging. Die neuen Dieselgeneratoren bezeichnet Greenpeace als absurde Investition. Kasser befürchtet, dass die AKW-Betreiberin Axpo die Kosten mit höheren Strompreisen auf die Kunden abwälzt. Ob dies wirklich geschieht, ist noch offen. Letztlich ist entscheidend, wie lange das Atomkraftwerk am Netz bleibt. Dies entscheidet dann auch, über welchen Zeitraum die Kosten amortisiert werden müssen.