Kinder als Geräuschemacher für Filme

Eine ganze Stunde oder länger still sitzen, um einen Film im Kino zu schauen oder eine Podiumsdiskussion mit zu verfolgen – die Solothurner Filmtage sind nicht unbedingt kinderfreundlich. Ausser, es finden spezielle Veranstaltungen für Kinder statt, wie das Film-Geräuschemachen.

Plakate an Hauswand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Filmindustrie erzeugt auch in Zeiten von digitalen Geräuschdatenbanken gerne noch selber Geräusche. Keystone

Der Andrang beim Workshop am Sonntag war gross: 30 Kinder lernten zusammen mit einem Filmproduzenten und einem Tonmeister, wie man professionell Geräusche erzeugt für Kinofilme. Die grosse Herausforderung beim Geräuschemachen sei, dass man Geräusche imitiere, sagen Filmproduzent und Sounddesigner Pedro Haldemann und Tonmeister Florian Eidenbenz.

«  Ein Geräusch ist nur so gut, wie es sich der Geräuschemacher vorstellen kann. »

Florian Eidenbenz
Tonmeister

Um das Geräusch von Regentropfen zu erzeugen, trommeln die Kinder auf leere Kunststoffbehälter, knisternde Flammen tönen, wie wenn man einen Kissenbezug schüttelt, und Schritte auf Laub im Wald imitieren die Kursteilnehmer, indem sie Plastikfetzen zerknüllen.

Selbermachen versus Geräuschdatenbank

Stellt sich die Frage, warum man in der Zeit von Geräuschdatenbanken aufwändig selber Töne erzeugen soll. Der Grund: Das Tempo. «Es geht oft schneller, ein Geräusch selber zu machen, als mühsam in einem grossen Verzeichnis danach zu suchen.», so Eidenbenz. Ein guter Geräuschemacher müsse kreativ sein und eine gute Vorstellungskraft haben.

Dass Geräusche selber machen aber nicht immer einfach ist, zeigt eine Anekdote aus dem Alltag des Tonmeisters. «Bei einer Produktion in Deutschland hatte ich einen grösseren Streit mit einem Geräusche-macher. Er schaffte es nicht, Töne zu erzeugen, die klingen wie Fusstritte in steilem Gelände. Es tönte immer nach Flachland.»