Kirchleerau und Freienwil verhindern «Lädelisterben»

Grosse Einkaufszentren haben das Einkaufsverhalten verändert. Die Folge: Viele kleine Läden kämpfen ums Überleben. Dank eines eigens gegründeten Vereins konnte in Kirchleerau der Dorfladen am Donnerstag wieder eröffnet werden. Auch in Freienwil überlebte der Dorfladen nur dank einer Genossenschaft.

Schild an der Türe, welches die Wiedereröffnung ankündet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein freudiges Ereignis für Kirchleerau: Die Wiedereröffnung des Dorfladens. SRF

Mitte August wurde der Dorfladen in Kirchleerau im Aargauischen Suhrental geschlossen. Für die Betreiber war er zu wenig rentabel. Für das 760-Seelen-Dorf war die Schliessung ein Verlust. Der alte Dorfladen war auch ein beliebter Treffpunkt in Kirchleerau.

Engagierte Einwohner gründeten deshalb eigens einen Verein, der die Wiedereröffnung des Dorfladens ermöglichen sollte. Der Dorfbevölkerung wurden Anteilscheine verkauft, um dem Laden das nötige Startkapital zu geben: «Wir hatten zwei Möglichkeiten: Wir konnten die Ladenschliessung einfach bedauern - oder aber wir konnten etwas dagegen machen - und das wollten wir tun», sagt Vereinsmitbegründer Rolf Baumann. Die Arbeit hat sich gelohnt. Am Donnerstag konnte der Laden neu eröffnet werden.

Erfolgsmodell Freienwil

Dass eine Rettungsaktion für einen Dorfladen tatsächlich funktionieren kann zeigt das Beispiel Freienwil. Auch in Freienwil (rund 940 Einwohner) stand der Dorfladen nahe am Abgrund. Hier wurde eine Genossenschaft gegründet, und auch die Gemeinde leistete einen finanziellen Beitrag.

Unterdessen konnte der neu eröffnete Laden sein Zehn-Jahr-Jubiläum feiern, sagt die Geschäftsführerin Doris Steimer stolz: «Am Anfang war es hart, aber es hat sich gelohnt». Allerdings steht der Dorfladen Freienwil schon bald vor einer neuen Bewährungsprobe. Das Gebäude, in dem der Laden sich befindet, soll in zweieinhalb bis drei Jahren abgerissen werden. «Wie es dann weitergeht...? Wir nehmen es, wies kommt...», sagt Doris Steimer nachdenklich.