Pilotprojekt in Zuchwil Kleine Lebewesen helfen bei der Energiewende

In Zuchwil entsteht eine einmalige Anlage für die Schweiz. Dort werden künftig Urbakterien Biogas produzieren – und zwar aus Wasserstoff. Gegen das Projekt gibt es nun keine Einsprachen.

Urbakterium unter dem Mikroskop Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Urbakterie (Archaeen) soll Wasserstoff in Methan-Gas umwandeln. Xiangyux

Stromspeicher nötig: Solaranlagen und Windräder produzieren im Gegensatz zu den AKWs nicht immer gleich viel Strom. Die Regio Energie hat deshalb bereits vor einem Jahr in Zuchwil eine Anlage in Betrieb genommen. Dank dieser kann man Strom in Wasserstoff umwandeln und so speichern.

Das Problem des Wasserstoffs: Bisher gibt es keine Infrastruktur um ihn zu speichern. Deshalb will die Regio Energie den Wasserstoff in Methan-Gas umwandeln. Die Umwandlung sollen dabei kleine Lebewesen übernehmen, sogenannte Urbakterien.

Natürliche Gasproduktion: Die Urbakterien wirken künftig in einem grossen Tank auf dem Areal in Zuchwil. „Sie leben in einer wässrigen Lösung, bei ungefähr 65 Grad. Sie brauchen Wasserstoff, Co2 und ein bisschen Nährsalz und arbeiten vor sich hin und produzieren Methan-Gas“, erklärt Thomas Schellenberg von der Regio Energie.

Vorteil Methan-Gas: Das Gas kann man danach direkt ins normale Netz einspeisen. In diesem Netz existieren bereits Speicher. „Die Speicherung von Erdgas ist verbreitet und eine einfache Form der Energiespeicherung“, so Schellenberg. Die direkte Stromspeicherung sei dagegen schwierig.

Pilotprojekt mit EU-Unterstützung: Die geplante Anlage in Zuchwil ist bisher in der Schweiz einmalig. Auch in Europa gibt es nur gerade zwei Weitere, und zwar in Deutschland und Italien. Alle diese Projekte, auch das in Zuchwil, werden von der Europäischen Union mit Millionenbeträgen finanziell unterstützt.