Kompromiss im Bözberger Adressen-Streit gefunden

Im skurril anmutenden Streit um die neuen Adressen in der Fusions-Gemeinde Bözberg zeichnet sich nun eine Lösung ab. Es soll eine neue Volksinitiative geben. Darauf haben sich Regierungsrat Urs Hofmann und die Streithähne von Bözberg geeinigt.

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Bildlegende: Einige fusionierte Bözberger möchten ihre alten Adressen behalten und ihre Briefkästen nicht neu beschriften. Keystone

Eine neue Volksinitiative soll den Adressen-Streit von Bözberg, das aus vier kleinen Dörfern entstand, endlich lösen. Mit der Initiative soll erreicht werden, dass einzig im Ortsteil Linn wieder die alten Postadressen gelten.

Auf dieses Vorgehen einigten sich die Gegner der neuen Adressen und der Gemeinderat von Bözberg, wie das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) am Donnerstag mitteilte.

Regierungsrat Urs Hofmann hatte zur Sitzung geladen, um den Streithähnen einen Kompromiss abzuringen. Hofmanns Departement hilft, den Initiativtext auszuarbeiten. Das Begehren soll sich darauf beschränken, einzig im Ortsteil Linn die alten Adressen beizubehalten.

Eine erste Initiative war gescheitert

Der Adressen-Streit in der rund 1500 Einwohner zählenden Fusions-Gemeinde Bözberg bewegt die Gemüter seit Monaten heftig. Bözberg besteht seit Anfang 2013 aus den früheren Gemeinden Gallenkirch, Linn, Oberbözberg und Unterbözberg. Die einheitliche Postleitzahl lautet «5225 Bözberg».Um Doppelspurigkeiten zu verhindern, wurden viele Strassennamen geändert.

Ein Komitee wollte mit der Volksinitiative «Unsere Adressen behalten» diese Änderungen rückgängig machen. Das Volk lehnte das Begehren im März an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung mit 310 zu 177 Stimmen ab. Der Gemeinderat hatte sich gegen die Initiative ausgesprochen.

Lösung noch in diesem Jahr?

Die unterlegenen Initianten reichten beim Kanton gegen den Beschluss der Versammlung eine Beschwerde ein. Der Vorschlag, einzig im Ortsteil Linn die alten Adressen zu beizubehalten, ist gemäss Gemeinderat «eine mögliche Lösung». Diese wäre der Einheit der neuen Gemeinde nicht abträglich, hiess es.

Im September sollen die Unterschriften für die Initiative gesammelt werden. Dann könnte die Gemeindeversammlung Ende November über das Begehren entscheiden. Geri Hirt, Vertreter des Initiativkomitees, macht sich keine Sorgen, dass die Gemeindeversammlung die Initiative ablehnen könnte: «Wir hoffen auf die Solidarität der grösseren Ortsteile.»

Beide Seiten haben gegenüber Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF bestätigt, dass sie den Entscheid der Gemeindeversammlung dieses Mal akzeptieren werden, egal wie der ausfällt.

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Unmut über Adressänderung

3:25 min, aus Schweiz aktuell vom 18.10.2012