Handball Aargau Konkurrenzkampf im Aargau um den Handball-Nachwuchs

Harz – diese Abkürzung steht für «Handball-Ausbildungs-Regional-Zentrum Aargau Ost». Es ist seit August in Betrieb und wird getragen vom TV Endingen und dem SC Siggenthal. Das Ziel: Junge Handball-Talente sollen nicht mehr den Verlockungen im Westen des Aargaus erliegen.

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Bildlegende: Das neue Ausbildungszentrum im Ostaargau soll den Nachwuchs von der Abwanderung abhalten. Screenshot harz-ag.ch

Die Sportschule Rohr bei Aarau: Hier trainieren junge Sporttalente im Alter von 12 bis 16 Jahren, darunter auch viele Handballer. Am Morgen sind sie in der Schule, am Nachmittag gibt es Trainingseinheiten.

Das Team Junioren U17 Promotion des TV Endingen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aargauer Handball-Nachwuchs: Das Team Junioren U17 Promotion des TV Endingen. tvendingen.ch

Nach der Sportschule können die jungen Handballer ihre Karriere mit einer Sport-Lehre fortsetzen oder die Sport-Kantonsschule in Aarau besuchen. Und wenn sie wirklich zu den Topspielern gehören, finden sie mit dem HSC Suhr Aarau einen Topclub, den einzigen Club im Aargau, der in der Nationalliga A spielt.

«Der HSC Suhr Aarau hat im Westen des Aargaus im Jugendbereich eine sehr, sehr gute Stellung», sagt Pascal Heuberger. Er kennt den Aargauer Handball-Nachwuchs sehr gut, denn er ist Trainer an der Sportschule Rohr.

Der West-Nachwuchs dominiert den Ost-Nachwuchs

Und Heuberger beobachtet, dass die guten Ausbildungsmöglichkeiten im Westaargau den Nachwuchs aus dem Osten anziehen. Als kürzlich der Handballnachwuchs von Suhr Aarau gegen den U17-Nachwuchs von Endingen/Siggenthal spielte, unterlagen die Ostaargauer den Westaargauer mit 41 zu 19. Besonders bitter für Endingen/Siggenthal: Ein ehemaliger Siggenthal-Spieler schoss für Suhr Aarau gleich zehn Tore.

Damit sich solche Niederlagen in Zukunft nicht wiederholen, wollen die Clubs im Osten des Aargaus ihren Nachwuchs behalten. Aber das geht nur mit besseren Ausbildungsmöglichkeiten. Seit August 2016 ist in der neuen Sportanlage Go Easy im Siggenthal das Handball-Ausbildungs-Regionalzentrum Aargau Ost in Betrieb, abgekürzt Harz.

Es ist offen für den Nachwuchs der gesamten Region, getragen wird das Harz aber vom TV Endingen und dem SC Siggenthal. Es gibt zwei Trainingsgruppen, je eine für jüngere und ältere Nachwuchsspieler. Die Gruppen haben pro Woche drei Trainingsmodule. «Es geht darum, individuelle Fertigkeiten, die Technik zu verbessern», sagt Marco Schneider, Präsident des Harz.

Möglichst häufiges Training

Daneben trainieren die jungen Handballer auch noch in ihren Vereinen das Mannschaftsspiel. So kommen sie auf fünf und mehr Trainingseinheiten pro Woche. Das sei wichtig, sagt Marco Schneider: «Wenn Jugendliche, die nur zwei- oder dreimal trainieren pro Woche, in eine aktive Mannschaft kommen, die fünfmal pro Woche trainiert, dann gibt das Probleme.»

Mit dem Harz werden die Nachwuchs-Handballer an den Trainings-Rhythmus der Spitzenclubs herangeführt. Von diesem Angebot machen schon 30 Jugendliche Gebrauch. Sie kommen nicht nur vom TV Endingen und dem SC Siggenthal, sondern auch aus der Region Baden, dem Limmattal, ja sogar aus dem Freiamt.

Zwei der Harz-Trainingsmodule finden am Abend statt. Eines jedoch immer am Donnerstagmorgen von 7.30 bis 9 Uhr. In dieser Zeit sind die jungen Handballer vom Schulunterricht dispensiert. Der Kanton bietet Hand dazu mit der so genannten «Talent Cards». Wer diese Karte erhält – auf Antrag eines Vereins – muss von den Schulen für sportliche Trainings freigestellt werden bzw. erhält sogar spezielle Unterstützung, um den schulischen Stoff nacharbeiten zu können.