Krebssterben in Lützel – Kanton Solothurn relativ machtlos

Im Fluss bei Laufen BL wütet eine Krebspest. Diese Pilzerkrankung wurde eingeschleppt durch resistente fremde Krebsarten und ahnungslose Wassernutzer. Fremde Krebse wurden in der Lützel bislang keine gefunden. Auch die Lützel im Kanton Solothurn ist betroffen. Massnahmen zu treffen ist schwierig.

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Bildlegende: Tote Dohlenkrebse in der Lützel: Die Krebspest wütete, auch auf dem Solothurner Flussabschnitt. zvg

Vor rund einem Monat war die Krebspest im Basler Rhein sowie den lokalen Nebenflüssen Wiese und Birsig festgestellt worden. Dort fand man sie indes bei Signal- und Kamberkrebsen, unempfindlichen eingewanderten Arten. Diese Flüsse wurden zu Sperrgebieten erklärt, damit die Krebspest nicht von dort aus weiter verschleppt wird.

In der Lützel, die bei Laufen in die Birs mündet, ist jedoch der geschützte, seltene einheimische Dohlenkrebs betroffen, wie die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) am Montag mitteilte. Dessen bisher guter Bestand in der Lützel hat nationale Bedeutung, auch als Reservoir für Wiederansiedlungen.

Die Krebspest hat nun aber den Krebsbestand in der Lützel laut VGD «fast zu hundert Prozent» ausgelöscht. Auch jene im Kanton Solothurn. Hier fliesst die Lützel durch die Exklave Kleinlützel. Bei einheimischen Krebsarten wie Dohlen- und Edelkrebs endet die akut verlaufende und durch Sporen ansteckende Erkrankung fast immer tödlich. Unterhalb einer Befallsstelle gelten Gewässer als verloren für einheimische Krebse.

Kanton Solothurn relativ machtlos

Nun sei es passiert, Weisungen helfen nicht allzuviel, sagte Marcel Tschan, Jagd- und Fischereiverwalter des Kantons Solothurn auf Anfrage. Auf dem Solothurner Abschnitt der Lützel wurden nämlich rund 2000 Fischerpatente ausgestellt. Zudem können Fischer Tageskarten lösen um hier zu fischen. Die Fischer sind also kaum alle erreichbar, weiss Marcel Tschan.

Zudem wisse man noch nicht genau, ob ein fremder Krebs die Krebspest übertragen habe und wo genau das Ganze passiert sei. Man wolle zuerst eine Analyse abwarten, so Fischereiverwalter Tschan weiter.