Kritik an der Solothurner Kinder- und Erwachsenen-Schutzbehörde

Die Solothurner Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB kümmert sich seit Januar 2013 um alle Bereiche rund um die Vormundschaft. Die Gemeinden beklagen, die neue Behörde sei zu bürokratisch und zu langsam. Die Amtschefin verspricht einmal mehr Besserung.

Bei der neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) läuft es auch 20 Monate nach dem Start noch nicht rund. Die Kritik aus den Solothurner Sozialregionen ist klar:

«  Die KESB arbeitet zu langsam, zu wenig flexibel, zu bürokratisch. »

Domenika Senti
Leiterin der Sozialregion Solothurn

Eine Kritik, die vielfach bestätigt wird und die auch Claudia Hänzi, Leiterin des Amtes für Soziale Sicherheit beim Kanton Solothurn, so entgegennimmt. «Es stimmt. Die Abläufe dauern zum Teil zu lang. Aber wir arbeiten daran. Es wurde extra ein Team eingesetzt, um die Pendenzen zu erledigen.»

Ein Mädchen beim Schulanfang, das sich am Kopf kratzt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Was früher die Vormundschaftsbehörde tat, macht nun die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde. Keystone

Die KESB hat per 1. Januar 2013 jene Aufgaben übernommen, welche vorher von den Vormundschaftsbehörden erledigt wurden. Sie verhängen beispielsweise Beistandsschaften oder bestimmen über Fremdplatzierungen von Kindern.

Was früher Laien vor Ort erledigten, wird heute an drei Orten im Kanton von regionalen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden gemacht.

«Drei Jahre Pionierphase sind nötig»

Dies sind Fachgremien, die aus Juristen, Sozialarbeitern, Psychologen und Ärzten zusammengestellt sind. Die Abläufe sind länger geworden und aufwändiger, dafür auch professioneller. Olaf Wirtz, Leiter der Sozialregion Wasseramt Ost, sagt: «Es dauert länger. Aber nun werden die Anträge von den Sozialarbeitern aus den Sozialregionen von Fachleuten aus der KESB beurteilt. Es wird mehr gedacht. Das ist gut.»

Claudia Hänzi ist überzeugt, dass die KESB trotz Anlaufschwierigkeit und Personalwechsel auch an der Spitze auf gutem Weg ist. «Drei Jahre braucht es, um ein neues System zu etablieren», sagt sie gegenüber Radio SRF.

«  Nach fünf Jahren muss der Betrieb reibungslos laufen. »

Claudia Hänzi
Leiterin des Amtes für Soziale Sicherheit beim Kanton Solothurn

Und auch bei den Sozialregionen überwiegt offenbar trotz Kritik, das Positive der neuen Organisation gegenüber. «Wir arbeiten konstruktiv und wohlwollend zusammen», meint etwa Domenika Senti von der Sozialregion Solothurn.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)