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Aargau Solothurn Kümmert sich der Aargau schlecht um junge Asylsuchende?

Immer mehr unbegleitete, minderjährige Asylsuchende kommen in die Schweiz. Sie brauchen eine besondere Betreuung und diese sei im Kanton Aargau besonders schlecht, kritisieren Flüchtlingsorganisationen. Der Vorwurf ist nicht neu.

Legende: Video Minderjährige Asylsuchende ohne Betreuung abspielen. Laufzeit 4:30 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 24.02.2015.

Patrizia Bertschi ist Präsidentin des Vereins «Netzwerk Asyl Aargau». Für die Sendung «Temps présent» des Westschweizer Fernsehens besuchte sie die Unterkunft Casa Torfeld in Buchs. Hier leben die meisten jugendlichen Asylsuchenden im Kanton Aargau.

«Skandalöse Betreung»

Sie wohnen hier gemeinsam mit alleinstehenden Erwachsenen. Patrizia Bertschi findet die Betreuung der Minderjährigen skandalös: «Sie bekommen keine Deutschkurse, geschweige denn Schulunterricht, haben keine Beschäftigung und werden auch sonst nicht speziell betreut. Zudem haben sie nicht einmal genügend Kleider.»

Einer der Jugendlichen ist der 15-jährige Haben. Er ist weitgehend auf sich alleine gestellt und ernährt sich hauptsächlich von Teigwaren, da er nichts anderes kennt. «Ich nehme die Pfanne und versuche es so nachzukochen, wie es die Erwachsenen tun. Bis am Mittag bleibe ich jeweils im Bett. So kann ich eine Mahlzeit einsparen», erklärt der junge Asylsuchende.

Kanton hat zu wenig Mittel

Die Vorwürfe sind nicht neu. Bereits im November des letzten Jahres hatte der Verein «Netzwerk Asyl» in einer Mitteilung den Kanton für die Unterbringung der unbegleiteten, minderjährigen Asylsuchenden heftig kritisiert. Und bereits damals gaben die Behörden zu, dass die Situation «suboptimal» sei, wie sich die Leiterin des Kantonalen Sozialdienstes gegenüber Radio SRF geäussert hatte.

Nun wiederholt der Kanton gegenüber «Schweiz aktuell» seine Haltung: Die Zahl der unbegleiteten, minderjährigen Asylsuchenden habe sich in den letzten Monaten verdoppelt. Doch es fehle schlichtweg an finanziellen Mitteln, um die Betroffenen richtig zu betreuen, sagt Balz Bruder vom Aargauer Departement Gesundheit und Soziales.

Die Kantonalen Asylunterkünfte seien heute bereits stark überbelegt, hatte es bereits im November geheissen. Eine separate Unterbringung der minderjährigen Asylsuchenden sei deshalb logistisch nicht möglich. Allerdings: In anderen Kantonen stehen den Minderjährigen separate Unterkünfte zur Verfügung.

(Schweiz aktuell, 19:00)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Den jungen Männern könnte doch in ihrem Heimatland viel besser geholfen werden. Die Flüchtlingsorganisationen möchten noch mehr Flüchtlinge aufnehmen, wie sollen wir den Vielen dann helfen, wenn sie jetzt schon Missstände aufdecken?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Wie kommen überhaupt (immer mehr!) unbegleitete jugendliche "Asylsuchende" (Kinder!) nach Europa (vorallem in die Schweiz!)? Auf diese Frage hätten wir Steuerzahler(innen) ein Anrecht auf eine klare Antwort! Für die beschriebenen Zustände in Buchs (wenn dies tatsächlich so schlimm ist) ist auch ein grosser Skeptiker des heutigen Asyl(un)wesens, stark berührt! Nur, man muss IMMER BEIDE SEITEN der Negativ-Medaille kennen und lesen können! Etwas, das den meisten Medien immer sehr schwer fällt!
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  • Kommentar von M. Tisserand, Maumere, Indonesien
    Wann endlich machen die Politiker die Augen auf? Es ist 5 ab 12. Es muss nun endlich eine Vereinbahrung mit anderen Ländern getroffen werden und Hilfe vor Ort installiert werden, damit man alle wieder dorthin zurückschicken kann, solange dies noch ohne grössere Gewalt geschehen kann. Irgendwann entstehen sonst Bürgerwehren, oder schlimmeres..
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