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Flamencos en route ist nicht zufrieden mit der Förderung des Kuratoriums und hört auf.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 22.06.2020.
abspielen. Laufzeit 03:45 Minuten.
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Kultur im Aargau Aus für die Tanzcompagnie «Flamencos en route»

  • Nach 35 Jahren ist Schluss: Flamencos en route hört auf.
  • Das teilte die Tanzcompagnie am Montag in einem Newsletter mit.
  • Als Grund gibt sie an, das Kuratorium , Link öffnet in einem neuen Fensterdes Kantons Aargau zahle weniger Beiträge
  • Flamencos en route hatte in den letzten Jahren regelmässig 250'000 Franken erhalten und damit am meisten von allen Gesuchsstellern.
  • Das Kuratorium betont, Beiträge seien immer noch möglich, aber nicht einfach für das Programm, sondern nur für einzelne Projekte.

«Ein Unglück kommt selten alleine», so beginnt der Newsletter von Flamencos en route. Die Tanzcompagnie bezieht sich dabei zuerst auf die Corona-Krise, die ihr dieses Jahr einen dicken Strich durch die Tournee-Planung gemacht habe.

Doch der Grund, dass man auf Ende 2020 aufhören müsse, sei nicht Corona. «Das Kuratorium des Kantons Aargau stellt die Subventionen ab 2021 definitiv ein», heisst es im Newsletter. «Damit ist der Compagnie die Existenzgrundlage genommen.» Weiter schreibt Flamencos en route, der Entscheid des Kuratoriums sei einstimmig gewesen.

Man verstehe diesen Entscheid nicht, habe man sich in den letzten 35 Jahren doch «kontinuierlich» künstlerisch weiterentwickelt und ein grosses Publikum begeistert, schreibt die Gründerin der Tanzcomagnie, Brigitta Luisa Merki im Newsletter. Auf Anfrage sagt sie: «Wir haben ein grosses Publikum aufgebaut über die Jahre. Es gibt eigentlich keine Erklärung, ausser, wir hätten fürchterliche Produktionen gemacht. Aber so war es ja nicht.»

Kuratorium will mehr Spielraum

In einer Mitteilung vom Montag unterstreicht das Kuratorium die Verdienste von Flamencos en route um die Kultur im Aargau. Die Tanzcompagnie sei zu einem «renommierten Aushängeschild des Kantons Aargau in der ganzen Schweiz und im benachbarten Ausland» geworden.

Wir kommen mit unseren finanziellen Mitteln an die Decke.
Autor: Jordy HaderekAargauer Kuratorium

Das Kuratorium weist darauf hin, dass es schon vor fünf Jahren entschieden habe, der Aargauer Gruppe keine fixen Jahresbeiträge mehr auszurichten, sondern nur noch projektbezogene Beiträge. Damit wolle man mehr Spielraum haben, um das Genre Tanz «in möglichst breiter Form zu fördern».

Dieser Beschluss werde nun auf Anfang 2021 umgesetzt. Jordy Haderek, Mitglied der Fachgruppe Theater und Tanz im Kuratorium: «Wir kommen mit unseren Mitteln an die Decke. Wir haben zu wenig Mittel, um das Genre Tanz in seiner ganzen Breite und Vielfalt zu fördern.»

Video
Flamencos en route
Aus Karussell vom 09.04.1985.
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Hinter den Kulissen ist schon länger Kritik an der Arbeit von Brigitta Luisa Merki zu hören. Sie habe die modernen Strömungen im Flamenco verpasst. Sie trete künstlerisch an Ort. Das sei der Grund, warum Flamencos en route in der internationalen Szene kein Gewicht hätte und nicht an Flamenco-Festivals eingeladen werde.

Brigitta Luisa Merki wehrt sich gegen diese Kritik. Sie habe viele Zuschriften erhalten, nachdem sie bekannt gegeben habe, dass Flamencos en route aufhöre. Unter anderem habe ihr Dorothe Schackow, die Leiterin des Festivals für Flamenco am Tanzhaus in Düsseldorf unter anderem folgende Zeilen geschrieben: «Was für ein großer Verlust für die Tanzszene in der Schweiz und in ganz Europa! Was Du und Deine Compagnie für den zeitgenössischen Flamenco getan habt, ist unschätzbar wertvoll.»

Ihre Arbeit werde in der Fachpresse immer gewürdigt, auch und gerade in Spanien, dem Heimatland des Flamencos, unterstreicht Brigitta Luisa Merki. Sie weist darauf hin, dass sie in den letzten Produktionen zwei gefeierte Jungechoreographen aus Spanien engagiert habe. Auch dies sei ein Beweis dafür, dass sie den zeitgenössischen Flamenco vertrete.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 22.6.2020, 12.03 Uhr;

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Elitäre Kultur, für welche die Nutzer nicht die gesamten anfallenden Kosten übernehmen wollen, gehört zum Wunschbedarf. Der Staat sollte sich bei seinen Ausgaben auf den Grundbedarf von Bevölkerung und Wirtschaft konzentrieren.
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