Mehr Praxisbezug im Studium Kurze Schnupperlehre im Kantonsspital Baden

Sie hätte sich das selber durchaus auch gewünscht, sagt Rahel Kubik, Chefärztin Radiologie am Kantonsspital Baden über das neue Ausbildungsangebot. «Vielleicht hätte ich dann mehr Motivation gehabt zu wissen, weshalb ich gewisse Sachen lerne». Mit dem Praxisbezug vor Augen lerne man nämlich vieles besser.

Rahel Kubik betreut am KSB ab nächster Woche rund 100 Medizinstudentinnen und -studenten, die gleich in der ersten Ausbildungswoche einen Einblick in den praktischen Spitalalltag bekommen. Diese angehenden Mediziner absolvieren den ersten Teil des Studiums nicht an der Uni, sondern an der ETH, und dort gehört der Praxiseinblick in der ersten Woche dazu.

Mann hantiert mit Medizinpuppe Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Kantonsspital Baden sollen Medizinstudentinnen und -studenten zu Beginn der Ausbildung realen Spitalalltag erleben. Imago (Symbolbild)

Theorie und Praxis des Spitalalltags

Während dieser Woche wolle man den Nachwuchsärzten zweierlei vermitteln, erläutert die KSB-Chefärztin das Programm. Einerseits gehe es um Theorie. Die Studenten spielen den kompletten Betreuungsablauf eines Patienten anhand eines extra dafür gedrehten Videos durch.

Dabei geht es von der Rettung, über die Erstversorgung, über die Triage und Abklärungen zur Behandlung, bis zur Narkose, der Operation und der Entlassung des Patienten. Dieses Beispiel werde jeweils am Vormittag sukzessive bearbeitet.

Am Nachmittag folge in der Schupperwoche im KSB dann jeweils die Praxis, erklärt Rahel Kubik: «Die Studenten können sich hier erste Fähigkeiten aneignen.» Zum Beispiel machen alle einen Reanimationskurs oder einen Ultraschallkurs. Das solle den Studenten zeigen, wie der Spitalalltag aussieht.

Wichtigkeit der Zusammenarbeit

Das Kantonsspital Baden erhofft sich vom neuen Lehrangebot eine spätere Qualitätssteigerung in der Behandlung. «Wir hoffen für unsere Patienten, dass wir Studenten haben, die Verständnis bekommen für unsere Prozesse», sagt die Betreuerin der Schnupper-Ärzte.

Es gehe um die kommunikativen Fähigkeiten und darum zu sehen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Stellen im Spital sei. Und es wäre dann natürlich auch schön, wenn sich der eine oder die andere angehende Ärztin später für eine Laufbahn im Kantonsspital Baden entscheiden würde.