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Legende: Video Bund und TCS testen auf Solothurner Töff-Route Lärm-Radar abspielen. Laufzeit 04:17 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 02.09.2019.
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Lärm in Metzerlen-Mariastein Erste positive Erkenntnisse bei Lärmmessungen

Ein Bentley-Cabriolet, ein Lamborghini, ein Ferrari und mehrere Motorräder: Sie alle fahren am Samstagnachmittag auf ihrer Spritztour an der Solothurner Gemeinde Metzerlen-Mariastein vorbei – und lassen den Motor kurz aber sehr gut hörbar aufheulen.

Gemeinderat Daniel Renz steht beim Dorfausgang und erklärt den Medienschaffenden die Situation: «Manche Dorfbewohner stören sich am Lärm, manche weniger.» Tatsache ist, dass er an schönen Tagen zum Dorfbild von Metzerlen-Mariastein gehört. «Es ist ein Problembereich», fügt Renz an.

Lärm-Mess-Gerät
Legende: Auf dieser Anzeigetafel sehen Auto- und Motorradfahrer, ob sie zu laut unterwegs waren. Bähram Alagheband/SRF

Als er eines Tages mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) und der Abteilung Strassenlärm Kontakt aufnahm, erfuhr er, dass das Amt zusammen mit dem TCS schon lange eine Gemeinde sucht für ein Pilotprojekt: Ein Lärmmessgerät, das den Verkehrsteilnehmern mitteilt, ob sie zu laut unterwegs sind, per Anzeigetafel. Ähnlich wie in gewissen Tempo-30-Zonen, wo beispielsweise Smileys aufzeigen, ob das Tempo adäquat war oder nicht. «Da wusste ich: Metzerlen-Mariastein will dabei sein.»

Seit letztem Wochenende nun wird gemessen. Mit einem System, das bereits in Deutschland eingesetzt wurde und nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert wie eine Verkehrszählung, erklärt TCS-Umweltexperte Sascha Grunder. «Neu ist einzig, dass bei den Messungen noch ein Schallpegelmessgerät mit dabei ist.»

Dank Tafel weniger Lärm

Daniel Renz ist derweil zufrieden. «Die Verkehrsteilnehmer reagieren auf die Messung und die Tafel, es ist ruhiger geworden.» Was das genaue Messresultat ist, wird erst Ende November klar, wenn fertig ausgewertet wurde. Das Ziel von Bafu und TCS scheint in Metzerlen-Mariastein aber im ersten Moment erreicht: Sensibilisieren und herausfinden, ob die Verkehrsteilnehmer auf diese Art der freiwilligen Lärmreduktion reagieren.

Lärm-Mess-Gerät
Legende: Die Messungen verlaufen ähnlich wie diejenigen bei einer Verkehrszählung. Bähram Alagheband/SRF

Gemeinderat Renz ist aber auch etwas skeptisch. Er geht davon aus, dass der Strassenlärm wieder zunehmen könnte, wenn das Messgerät weg ist. Deshalb könnte er sich vorstellen, dass der Gemeinderat die Anschaffung und fixe Installierung eines solchen Geräts diskutieren würde.

Kampf gegen Lärm: Solothurner Regierung ist skeptisch

Ein Vorstoss im Kantonsrat Solothurn forderte von der Regierung Massnahmen zur Verringerung des Strassenlärms. Die Solothurner Regierung erwähnt in ihrer Antwort unter anderem den laufenden Test mit dem Lärmmessgerät, zeigt sich diesbezüglich aber auch skeptisch. Sie schreibt: «Solange das Recht nicht geändert wird, ist es kaum möglich, die heute bestehende Lärmbelästigung einzugrenzen.» Weiter sollen aber die aktuell geltenden Gesetze durch Verkehrskontrollen durchgesetzt werden. Verkehrsteilnehmer würden sanktioniert, wenn sie beispielsweise unerlaubte Auspuffsysteme eingebaut haben. Weiter werde man in Zukunft mehr Gewicht auf die Weiterbildung der Polizei bezüglich Lärmfragen legen. Auf die Frage, welcher Dezibel-Grenzwert sinnvoll sei, ist die Solothurner Regierung der Meinung, dass es keinen tieferen Dezibel-Grenzwerte brauche, als heute nach EU-Normen vorgegeben sei.

Für das Bafu ist das Projekt mit der Messanlage in Metzerlen-Mariastein übrigens noch nicht beendet. «Wir würden gerne auch noch Messungen machen in komplexeren Situationen», erklärt Bafu- Sektionschefin Sophie Hoehn, «beispielsweise in städtischen Gebieten, wo der Lärmpegel nochmals höher ist.»

Sendebezug: Schweiz Aktuell, 19:00 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von b. glaset  (glaset)
    Es geht auch hier am Problem vorbei. Ein paar wenige missbrauchen ihre Auspuffanlagen und alle schreien. Interessant ist aber bei dem Versuch, dass die Bauern im eigenen Dorf zu den grössten Lärmproduzenten gehören!
    Persönlich glaube ich, dass immer mehr Repression auch Gegendruck auslöst und immer mehr auf die Hupe gehen oder extra Gas geben.
    Die Politaktivisten schreien natürlich sofort wieder nach Gesetzen/Verboten. Aber dann muss das Bauern mit dem Traktor verboten werden.
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Das Problem kenne ich sehr gut. Ich wohne in der Innenstadt (20er Zone) und an schönenen Tagen oder Fr und Sa Abend ist als würden wir an einer Formel 1 Stecke wohnen. Von mir aus sollen Autofaher ihren Spass haben. Ich sehen aber keinen Grund in Wohnquartieren den Motor mit Lärmanlagen in der 20er Zohen röhren zu lassen. Ich kann ja auch mal vor das Schlafzimmer dieser Röhrer fahren und Lärmen. Durch Halterbafrage und Telfonbuch kein Schwieriges Unterfangen. Mal gucken was die dann so sagen.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Die wirklichen Sünder, welche eine illegale Auspuffanlage montiert haben um extra Lärm zu erzeugen, wird man damit sicher nicht abschrecken.
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