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Aargau Solothurn «Landammann sein ist nicht so gut für die Linie»

Seit 2005 ist Peter Gomm im Solothurner Regierungsrat, und ist nun bereits zum dritten Mal Landammann. Im Interview mit dem Regionaljournal erklärt der 54-jährige Oltner, was dieses Amt für ihn für Folgen hat, wie gerne er im Rampenlicht steht und ob er allenfalls ein viertes Mal antritt.

Peter Gomm gehört nicht zu denjenigen, die gerne an jedes Apéro gehen. «Der verstorbene SP-Ständerat Ernst Leuenberger hat mal gesagt, dass jeder Politiker einen bestimmten Grad an Narzismus haben muss, um zu überleben. Bei mir ist dieser Grad an Narzismus eher an der unteren Limite zu suchen», erklärt Gomm im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Wenn ich bei einem Apéro mal unter Leuten bin, dann geniesse ich das und nehme einiges aus diesen Treffen mit.
Autor: Peter GommLandammann des Kantons Solothurn 2014

Es brauche manchmal schon «etwas Anstrengung», um als Landammann quasi als Visitenkarte des Regierungsrates zu fungieren, erzählt Gomm. Aber: «Wenn ich bei einem Apéro mal unter Leuten bin, dann geniesse ich das und nehme einiges aus diesen Treffen mit.»

Obwohl Peter Gomm erst seit einigen wenigen Tagen Landammann des Kantons Solothurn ist, hat er bereits viel Erfahrung in diesem Amt sammeln können: Nach 2007 und 2012 ist der Oltner jetzt nämlich bereits zum drittem Mal Solothurner Landammann. Der Grund ist simpel: Peter Gomm und Esther Gassler sind die einzigen bisherigen Regierungsräte nach den jüngsten Wahlen. Und Esther Gassler war bereits im Jahre 2013 Frau Landammann im Kanton Solothurn. Deshalb trifft es nun erneut den 54-Jährigen.

Keine besonderen Privilegien als Landammann

Mühe hat der damit nicht. Er gibt aber zu: «Es ist eine zusätzliche Belastung, weil man an vielen Abenden unterwegs ist an Anlässen.» Die vielen Apéros sind dann auch eine Belastung für die Linie, schmunzelt Gomm. Er gehe dann einmal mehr Joggen, sofern das irgendwie zeitlich möglich sei. Ansonsten sieht er nichts Negatives an diesem Amt.

Besondere Privilegien hat der Landammann übrigens nicht, auch keine besondere Macht. «Ich habe auch keinen eigenen Chauffeur. Generell teilen sich die Regierungsräte drei Chauffeure.

Der Solothurner Regierungsrat im VW-Bus

Und wenn alle fünf Solothurner Regierungsräte alle zusammen unterwegs sind, haben wir einen VW-Bus», erklärt Gomm. Was sich etwas anhört wie eine Anekdote aus der Hippie-Zeit, habe damit aber gar nichts zu tun. «Da hätte die Bevölkerung wenig Verständis, wenn wir zu viel Flower-Power hätten. Aber legen Wert auf einen bescheidenen Auftritt.»

Das sehe dann jeweils lustig aus, wenn andere Regierungsräte aus anderen Kantonen mit je einem Mercedes eintreffen, sagt Gomm. Hier gebe es also kaum Sparpotenzial - auch nicht beim aktuellen Sparkurs des Kantons Solothurn.

Wir Solothurner sind nicht diejenigen, welche den Kopf zuvorderst haben. Das steht uns gut an und dafür sind wir auch bekannt.
Autor: Peter GommLandammann des Kantons Solothurn 2014

Bescheidenheit - eine Tugend im Kanton Solothurn? «Das könnte man schon sagen. Wir Solothurner sind nicht diejenigen, welche den Kopf zuvorderst haben. Das steht uns gut an und dafür sind wir auch bekannt», meint Gomm.

Sparen - auch beim Landammann?

Und wie sieht es bei seinem Amt aus? Kann man beim Landamman noch etwas einsparen? «Ich erhalte 5000 Franken pro Jahr für die Auslagen, und das entspricht ziemlich genau dem, was ein Landammann braucht», informiert Gomm. Wenn der Kantonsrat bei den laufenden Sparbemühungen diesen Betrag aber wegsparen wolle, habe er damit keine Mühe.

Zur Person

Zur Person

Peter Gomm wurde am 26. Mai 1959 geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und wurde Gerichtsschreiber in Solothurn. Von 1988 bis 2005 war er selbständiger Fürsprecher und Notar. Von 2001 bis 2005 sass er für die SP im Kantonsrat, danach wurde er Regierungsrat im Departement des Innern. Gomm wohnt in Olten, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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