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Olten, seine Pop-up-Stores und was die Konsum-Expertin dazu sagt.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 11.02.2020.
abspielen. Laufzeit 10:22 Minuten.
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Leere Altstädte Vom «richtigen» Laden zum Yoga-Studio

Die Situation in Olten: Esther Wyss verkauft seit vielen Jahren Schuhe, Taschen und Schmuck in der Altstadt von Olten. Früher gab es rund um ihr Geschäft noch eine Drogerie, ein weiteres Schuhgeschäft und ein Reisebüro. Heute sind es ein Yoga-Studio, ein Treuhandbüro und ein Laden, der CBD-Hanf verkauft. «Es ist schade, dass der Detailhandel nicht mehr in der Altstadt ist. Mit jedem Laden geht Kundschaft weg», sagt Wyss.

Das Gewerbe: Darko Bosnjak ist Präsident von «Gewerbe Olten», das ist der Gewerbeverein der Stadt. Er hätte anstelle von Studios und Büros lieber «richtige» Läden in der Innenstadt. «Diese bringen Leute in die Stadt. Dienstleister bringen wenig Frequenz. Da ist der Detailhandel mit zum Beispiel Lebensmitteln und Kleidern attraktiver.» In Olten sei die Situation nicht schlimmer als an anderen Orten. Aber es tut Bosnjak weh, wenn er immer mehr leere Schaufenster sieht.

Darko Bosnjak, Co-Präsident von «Gewerbe Olten».
Legende: Darko Bosnjak, Co-Präsident von «Gewerbe Olten», will den Detailhandel in der Stadt behalten. SRF

Die Reaktion: Die Stadt Olten, die Standortförderung und das Gewerbe haben vor einem halben Jahr eine Plattform lanciert, über die leere Handelsflächen vermittelt werden. Es geht um längerfristige Nutzungen, aber auch um Zwischennutzungen für z. B. Pop-up-Läden. Im ehemaligen Herren Globus sei es, so Bosnjak, schon gelungen, zwei Zwischennutzungen zu vermitteln. Eine für Kunstfotos und eine andere für den Verkauf von Dekormaterialien und Schmuck.

Gibt es ein Patentrezept?

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Maria Kwiatowski vom Gottlieb-Duttweiler-Institut
Legende:zvg
  • Marta Kwiatowski ist Konsum-Expertin am Gottlieb-Duttweiler-Institut. Die Innenstädte seien unter Druck wegen des Strukturwandels im Handel. Es gebe immer weniger Gründe, um in den Zentren einzukaufen. Grund dafür seien der Online-Handel und das veränderte Freizeitverhalten. Früher habe man an einem Samstag einen Einkaufsbummel gemacht in der Stadt. Heute habe man viele andere Möglichkeiten.
  • Pop-up-Stores findet Kwiatowski ein «interessantes Konzept». Aber es sei nicht die Rettung für die Innenstädte. Handel müsse auf lange Frist rentieren. Pop-up-Stores seien aber genau das Gegenteil. Es sei mehr eine Marketing-Massnahme als nachhaltiger Handel.
  • Ein Patentrezept für die Rettung der Innenstädte gebe es nicht, sagt Marta Kwiatowski. In gewissen Städten würden Händler mit öffentlichen Geldern angelockt, der Handel würde sozusagen zum Kulturgut erklärt. Wichtig sei aber immer ein breiter Mix von Handel, Gastronomie, Gesundheitsangeboten und Kultur in einer Stadt.

Die Probleme: Ladenflächen oder auch nur leere Schaufenster zu vermitteln, sei nicht immer einfach, sagt Darko Bosnjak. Häufig würden die Eigentümer der Liegenschaften gar nicht in Olten wohnen. Und nicht selten sei noch eine Verwaltung zwischengeschaltet. Dann würden einfach Dinge wie z. B. eine Schlüsselübergabe oder die Frage, wer bei einer Zwischennutzung den Strom bezahle, schnell einmal kompliziert. Aber auch ihm ist klar: Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich geändert. Die Online-Angebote sind eine riesige Konkurrenz. Daran werden auch Pop-up-Stores nicht viel ändern.

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