Lenzburg war mit Flüchtlingen überfordert

Der französische Sonnenkönig Louis XIV. hat zehntausende reformierte Gläubige aus Frankreich vertrieben. Nun kann man in Lenzburg auf den Spuren der Flüchtlinge wandeln.

Infotafel über die Hugenotten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tafeln informieren über die Spuren der Hugenotten. ZVG

Rund 65‘000 Gläubige der reformierten Gruppierung Hugenotten sind in die Schweiz geflohen. Vielerorts konnten sie jedoch nicht lange bleiben. Die Gemeinden waren häufig mit den vielen Flüchtlingen überfordert. So hat etwa Lenzburg die Flüchtlinge nach Brugg abgeschoben. Dort wurden sie nach Zürich und schliesslich nach Deutschland weitergereicht.

Trotzdem haben sie auch in der Region Lenzburg ihre Spuren hinterlassen. So haben die Hugenotten neue Produktionsweisen von Frankreich hierher gebracht. Etwa im Textilgewerbe konnte die Schweiz von ihrem Wissen profitieren, sagte Leonie Meier vom Museum Burghalde in Lenzburg gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Zusatzinhalt überspringen

Führung auf dem Hugenotten-Weg

Sonntag, 29. September 2013, um 9:30 Uhr und 10:30. Anmeldung per E-Mail: burghalde@lenzburg.ch.

Die Spuren der Hugenotten kann man nun anschauen. Am Sonntag wird ein spezieller Weg von Schafisheim über Staufen nach Lenzburg eröffnet. An sechs Stationen informieren Tafeln über die Geschichte und die Hintergründe der Hugenotten. In den Wohnhaus Schlössli und im Museum Burghalde gibt es zudem eine Ausstellung.

Der Weg bei Lenzburg ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt der Fluchtroute der Hugenotten. In Zukunft soll der Weg von Frankreich über die Schweiz bis nach Deutschland führen. Bei uns ist er von Bätterkingen nach Solothurn weiter nach Aarburg und Aarau bis nach Brugg geplant.