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Interview mit Schlagzeuger Marco Käppeli (ganz links).
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 21.11.2019.
abspielen. Laufzeit 07:46 Minuten.
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Letzte Konzerte von Kazalpin Weissrussische Lieder treffen Schweizer Jazzmusik

Nach 10 Jahren endet in diesen Tagen die Geschichte der speziellen Band «Kazalpin». Die Kombination aus drei weissrussischen Sängerinnen und einem Schweizer Musik-Quartett geht das letzte Mal auf Tournee. Dies nach 10 Jahren und über 70 gespielten Konzerten in der Schweiz, aber auch in Belarus (Weissrussland).

Marco Käppeli ist Schlagzeuger der Band und wohnt in Aarau. Käppeli stand als Aargauer am Anfang des Projekts, bei dem auch die weissrussisch-aargauische Freundschaft eine entscheidende Rolle spielt.

SRF News: Wie ist diese spezielle Band entstanden?

Marco Käppeli: Ungefähr vor 20 Jahren hat Belarus in der Schweiz nachgefragt, ob es einen Kanton gebe, der sich im Rahmen eines Kulturaustauschs engagieren möchte. Der Kanton Aargau hat sich als einziger gemeldet. Es gab dann über 20 Jahre einen regen Kulturaustausch.

Und wie kamen Sie dazu?

Vor etwa 15 Jahren wurde ich angefragt, ob ich bei einem solchen Kulturaustausch mitmachen möchte. Madeleine Rey als Leiterin auf der Aargauer Seite hatte lange eine Idee im Hinterkopf etwas zu machen mit Stimmen aus Belarus und einer Band aus der Schweiz. Wir haben vor Ort dann von der Freundschaftsgesellschaft Aargau-Belarus viele Projekte anschauen können.

Band auf Bühne
Legende: Eindruck aus einem Konzert in Weissrussland. Der Aarauer Marco Käppeli ist in der Mitte zu sehen, am Schlagzeug. ZVG

Wie muss man sich dieses Casting in Minsk vorstellen?

Wir haben allerlei Vorstellungen gesehen. Ein Staatschor mit 70 Mitgliedern und Band, ein klassisches Orchester, es war verrückt. Wir sassen in der ersten Reihe und die Musiker hatten zum Teil extra Proben verschoben, um sich zu präsentieren. Trotzdem war schnell klar, dass wir uns für die drei Damen entscheiden würden.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Trio?

Als wir zusammen waren wunderbar, sonst etwas kompliziert aufgrund der Distanz. Wir haben uns dann Musik hin- und hergeschickt. Sie haben sich als Trio die Aufgabe gestellt, alte heidnische, über 1000-jährige Lieder vom Land in die Stadt zu bringen.

Belarus ist ein eher unbekanntes Land. Was macht für Sie die Faszination aus?

Das ist schwierig zu sagen. Die Leute, die andere Kultur, die wir auf unseren Konzerttouren kennen gelernt haben, die Dankbarkeit des Publikums. Die Leute haben natürlich auch verstanden was die drei Damen singen. Mindestens am Anfang der Zusammenarbeit war es auch so, dass man auf der Strasse angepöbelt werden konnte, wenn man weissrussisch gesprochen hat. Man hätte es lieber gesehen, wenn nur russisch gesprochen würde. Der Gesang auf weissrussisch wurde teilweise auch als Protest angesehen.

Drei Frauen singen in Mikrofone
Legende: Das belarussische Trio, das heidnisches Liedgut auf weissrussisch vorsingt und dafür auch kritisiert wird. zvg

In der Schweiz bekannt ist Weissrussland eigentlich nur wegen dem Diktator, Alexander Lukaschenko. Spielte die politische Situation für die Sängerinnen eine Rolle?

Ja, das war ein wichtiges Thema. Am Anfang unserer Zusammenarbeit wurden viele Journalisten ins Gefängnis geworfen. Die Sängerinnen waren an vorderster Front und brachten Nahrungsmittel ins Gefängnis. Dies hatte zur Konsequenz, dass es x-mal Hausdurchsuchungen bei ihnen gab.

Jetzt beenden Sie die Zusammenarbeit. Was sind Ihre Gefühle dabei?

Es tut im Herzen weh. Wir hatten zehn Jahre sehr gute Kontakte, jetzt ist die Zusammenarbeit aber noch komplizierter geworden, weil eine der Sängerinnen nach Tel Aviv gezogen ist. Ich nehme wunderbare Erlebnisse mit, musikalisch, menschlich. Herzschmerz.

Das Gespräch führte Andreas Brandt.

Abschiedstournee

Sa, 23.11.19 - Zuchwil, Regiomech

So, 24.11.19 - Aarau, Pianolounge

Do, 28.11.19 - Zürich, Folkclub

Fr, 29.11.19 - Basel, Raum Gelber Wolf

Sa, 30.11.19 - Luzern, Kleintheater

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