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Legende: Audio Regierungsrat Stephan Attiger zur Limmattalbahn abspielen. Laufzeit 07:03 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 30.08.2019.
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Limmattalbahn ist eröffnet «Mit einer Bahn setzt man städtebauliche Impulse»

Die Geleise von Altstetten nach Schlieren sind offen. Jetzt beginnt der Bau des Abschnitts Schlieren-Killwangen.

755 Millionen Franken kosten die rund 13 Kilometer der neuen Bahn von Altstetten nach Killwangen. 115 Millionen davon muss der Aargau selber bezahlen. Der Aargauer Baudirektor Stephan Attiger freut sich, dass das Projekt vorwärts kommt. Und er arbeitet schon intensiv an der Weiterführung der Linie von Killwangen über Neuenhof und Wettingen nach Baden.

Stephan Attiger

Stephan Attiger

Regierungsrat Aargau

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Stephan Attiger wurde 2012 in den Aargauer Regierungsrat gewählt. Er ist Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt und politisiert für die FDP. Vor seiner Wahl in die Regierung war Attiger Grossrat und Stadtammann von Baden.

SRF News: Es gab schon einmal eine ähnliche Bahn, nämlich von ca. 1900 bis 1955 die Limmattaler Strassenbahn von Zürich nach Dietikon. Ist die neue Limmattalbahn nun ein Schritt zurück in die Vergangenheit oder vorwärts in die Zukunft?

Stephan Attiger: Für den Aargau ist es klar ein Schritt in die Zukunft. Im Aargau führt die neue Bahn zum Teil durch Gebiete, die noch gar nicht stark überbaut sind. Es ist das erste Mal, dass man eine Bahn baut zusammen mit der Siedlungsentwicklung. Man wartet also nicht die Verkehrsprobleme ab und löst sie dann, sondern die Bahn ist von Anfang an schon da.

Plan.
Legende: Die Weiterführung der Limmattalbahn Die Bahn soll künftig nicht in Killwangen enden, sondern bis Baden fahren. ZVG

Es gibt ja in Spreitenbach schon Gebäude, die so gebaut sind, dass die neue Bahn dann dort durchfahren kann, zum Beispiel die Überbauung beim Pathé-Kino. Eben: Spreitenbach boomt schon länger. Die Bevölkerung wird zunehmen, die Zahl der Arbeitsplätze noch mehr. Ist die Limmattalbahn nun das Wundermittel gegen alle zukünftigen Verkehrsprobleme?

Wundermittel gibt es nicht. Aber eine Bahn ist eine sehr grosse Investition. Sie bleibt über Jahrzehnte. Für Investoren ist das ein positives Signal, denn sie können langfristig planen. Man kann sagen, dass man mit einer Bahn städtebauliche Impulse setzt, was man mit anderen Investitionen nicht so gut machen kann.

Ist es jetzt eigentlich eine Bahn oder eine Tramlinie? Es hat ja alle paar hundert Meter eine Haltestelle.

Das ist eine recht schwierige Definition. Wir mussten sogar beim Bund nachfragen. Es ging um die Frage, ob das Geld vom Bund aus dem Bahninfrastruktur-Fonds kommt oder aus dem Agglomerationsprogramm. Für uns ist es eine Bahn. Wir haben ja dort auch die S-Bahn. Die neue Bahn sorgt dann vor allem für die Feinerschliessung.

Plan.
Legende: Die Linienführung der Limmattalbahn Die 1. Etappe der Limmattalbahn führt von Altstetten nach Schlieren, die 2. Etappe weiter bis nach Killwangen. ZVG

Sie bauen jetzt an der Strecke von Schlieren nach Killwangen. Da gab es praktisch keinen Widerstand. Sie wollen die Bahn aber weiterziehen bis nach Baden, also durch dicht bebautes Gebiet in Neuenhof, Wettingen und dann eben in die enge Klus von Baden. Das dürfte dann wohl eine grössere Knacknuss ein. Wo stehen Sie da?

Ja, das ist eine Knacknuss. Wir müssen auf diesem Abschnitt durch die Zentren durch, denn nur dort können wir die Leute abholen. Politisch wird es zu reden geben, weil der Aargau dann alle Kosten tragen muss. Bis jetzt hat ja auch Zürich bezahlt. Es dauert noch viele Jahre, bis die Bahn nach Baden kommt. Von den Gemeinden höre ich, dass sie die Bahn wollen. Sie richten sogar ihre Planungen schon darauf aus. Wichtig ist, dass wir zuerst einmal einen Grundsatzenscheid haben. Es geht um den Eintrag der Bahn im Richtplan. Diesen Entscheid muss der Grosse Rat fällen. Dazu starten wir noch dieses Jahr eine Anhörung.

Das Gespräch führte Stefan Ulrich.

Die Limmattalbahn: Zahlen und Fakten

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Die Limmattalbahn: Zahlen und Fakten
  • Streckenlänge: 13,4 Kilometer
  • Haltestellen: 27
  • Eigentrassee: 91%
  • Fahrzeugkapazität: 260 Personen
  • Maximale Geschwindigkeit: 60 km/h
  • Kosten: 755 Millionen Franken (1/2 bezahlt der Kanton Zürich, 1/6 der Kanton Aargau, 1/3 der Bund)
  • Ab Montag fährt das Tram der VBZ auf den Geleisen der Limmattalbahn von Altstetten nach Schlieren.
  • 2022 wird der Abschnitt Schlieren–Killwangen eröffnet. Ab dann betreibt Aargau Verkehr die ganze Linie Altstetten–Killwangen mit eigenen Fahrzeugen.
  • Die VBZ fahren aber weiter parallel dazu mit ihren Trams.
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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Wenn unser enges, kleines Land unbedingt als beliebtestes Einwanderungsland, trotz grossem Widerstand, bald auf 10 Millionen Menschen anwachsen wird, ist auf die neue Bahn(Tram)-Linie von Zürich-Killwangen-Neuenhof-Wettingen-bis Baden, tatsächlich kaum zu verzichten! Der Raum Baden/Wettingen würde dann zur Agglomeration Zürich gehören und die Pendlerströme nach der Wirtschafts-Metropole Zürich auf die Schiene verlagern! Was meinen die "Grünen" und Einheitswelt-Ideologen wohl zu diesem Projekt?
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    1. Antwort von Martin Truska  (truschi)
      Ich frage mich nur, wieso unser enges, kleines Land dieses und weitere Bahn-/Strassen-/Weg-Projekte immer und immer wieder auf derselben Verkehrsfläche, sprich -Ebene planen und bauen muss. Irgendein Verkehrsmittel (ÖV, Auto, oder Velo etc.) MUSS irgendwann mal in den Untergrund oder ins 1.OG....auch ohne Einwanderung.
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