Manche Aargauer Gemeinden zahlen künftig viel höhere Schulgelder

Murgenthal beispielsweise muss pro Jahr 150'000 Franken mehr abliefern. Murgenthaler Kinder gehen zum Teil in Rothrist und Zofingen zur Schule. Dafür muss die Gemeinde höhere Abgeltungen zahlen. Das sieht die neue Schulgeldverordnung so vor. Grosse Gemeinden freut die neue Regelung.

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Bildlegende: Pro Schulzimmer können Gemeinden neu 454'680 in Rechnung stellen, statt wie bisher 360'000 Franken. Keystone

Für Murgenthal wird das Schulwesen teurer. Seit 2012 die Oberstufe geschlossen wurde, gehen die Schüler in Rothrist oder Zofingen zur Schule. Murgenthal zahlt dafür. Jetzt steigen die Abgaben «massiv», wie die Gemeinde am Mittwoch mitteilt.

Stein des Anstosses ist die neue Schulgeldverordnung, die ab dem 1. Januar 2016 gilt. Sie sieht vor, dass Schulstandorte besser entschädigt werden für die zum Teil hohen Investitionen in die Schulhäuser, die sie tragen müssen.

Einseitig?

Windisch ist so ein Schulstandort. Damit die Schule kein Verlustgeschäft sei, müsste Windisch von den anderen Gemeinden 320'000 Franken mehr Abgeltungen erhalten, rechnete die Gemeinde kürzlich vor.

Dass Schulstandorte investieren müssen, sieht man in Murgenthal ein. Man habe ein gewisses Verständnis dafür, sagt Gemeindeammann Max Schärer. Allerdings habe der Regierungsrat die Schulgeldverordnung halt schon «sehr einseitig zugunsten der Schulstandort-Gemeinden verändert».

Rothrist gewährt Murgenthal Rabatt

Für Murgenthal steigen die Schulgelder nun um 150'000 Franken pro Jahr. Das entspricht etwa drei Steuerprozenten. Ob deswegen die Steuern erhöht werden müssen, kann Gemeindepräsident Max Schärer noch nicht sagen.

Wenigstens konnte Murgenthal mit Rothrist einen kleinen Rabatt aushandeln. 65'000 Franken verteilt auf drei Jahre muss Murgenthal weniger zahlen. Schärer freut sich über diese «schöne Geste»:

«  Auch ein Tropfen kühlt den heissen Stein ein wenig. »

Gemeinderat Murgenthal
Communiqué vom 25.08.15

Renate Gautschy, die Präsidentin der Aargauer Gemeindeammännervereinigung, kann den Ärger der Gemeinden wie Murgenthal verstehen. Sie legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Schulgeldverordnung letztlich nur eine Empfehlung sei. Die Gemeinden seien frei, selber Verträge auszuhandeln.