Mehr Arbeit dank eigener Diagnose?

Viele Kinder im Kanton Solothurn haben Probleme mit dem Sprechen. Sie müssen deshalb zum Logopäden. Im Raum Dulliken werden dabei mehr Kinder zu einer Therapie angemeldet als in anderen Kantonsgebieten. Dies liege an der unterschiedlichen Bewertung der Fälle, ist man beim Kanton überzeugt.

Es sind Zahlen, welche durchaus verwundern. Zwölf Prozent der Kinder aus Lostorf werden von einer Logopädin betreut oder gehen sogar in eine Therapie. Das teilt die Gemeinde mit. Für die Kinder in Lostorf ist der Logopädische Dienst in Dulliken verantwortlich.

Kind mit Lehrerin vor Lehrbuch Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mehr als jedes zehnte Kind in Lostorf geht zur Logopädin. Keystone

Dulliken sei dafür bekannt, dass überdurchschnittlich viele Kinder für logopädische Leistungen angemeldet werden, sagt Kurt Rufer vom kantonalen Volksschulamt gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Dies liege allerdings nicht daran, dass dort besonders viele Kinder schlecht sprechen können. Vielmehr können die Logopädinnen selbst entscheiden, welches Kind eine Therapie nötig hat und welches nicht. Deshalb gebe es die Unterschiede im Kanton.

Die Gründe sind umstritten

Die Logopädinnen entscheiden also selbst, wie viel Arbeit sie haben. Die Verantwortliche des logopädischen Dienstes in Dulliken, Eveline Ackermann, bestreitet jedoch, dass bei ihnen schneller Therapien verschrieben werden als in anderen Regionen.

Vielmehr habe es in Dulliken wahrscheinlich mehr Kinder, welche mit dem Sprechen Probleme haben. So seien etwa Kinder von Ausländern Risikokinder für Sprachstörungen, so Eveline Ackermann.

Ackermann hält fest, dass es keine Therapien und Betreuung gibt, welche nicht nötig sind. Jedoch scheint genau dies der Streitpunkt zu sein. Was nämlich nötig ist und was nicht, ist unter Fachleuten umstritten.Der Kanton Solothurn gibt rund fünf Millionen Franken für die Logopädie aus.

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