Energieversorgung Mehr Gewinn bei AEW, weniger Geld für Kanton

Nach einem massiven Gewinneinbruch hat sich der Aargauer Energieversorger AEW wieder ein wenig erholt. Der Gewinn stieg im Geschäftsjahr 2015/16 um rund einen Viertel, auf gut 49 Millionen Franken. Trotz der besseren Zahlen: Der Kanton als Alleinaktionär erhält weniger Dividende und Gebühren.

Hochhaus der AEW. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach einer tieferen Dividende stellt die AEW dem Eigentümer Kanton Aargau wieder mehr Gewinnausschüttung in Aussicht. ZVG/AEW ENERGIE AG

Der Gewinn stieg um 27,4 Prozent auf 48,8 Millionen Franken, wie die AEW Energie AG am Donnerstag in Aarau vor den Medien mitteilte. Das Unternehmen sprach von einem «guten Ergebnis».

Die AEW ist ein eigenständiges Unternehmen, im Alleinbesitz des Kantons Aargau. Kanton und Gemeinden erhalten insgesamt 32,2 Millionen Franken – das sind 7,7 Mio. Franken weniger als im vergangenen Geschäftsjahr. Der Betrag setzt sich zusammen aus Dividende (14 Mio. Franken), Steuern, Konzessions- und Wasserrechtsentschädigungen sowie aus Gebühren.

Die tiefere Ausschüttung habe zu Diskussionen geführt mit der Aargauer Regierung, erklärt Verwaltungsratspräsident Ernst Werthmüller. Die Ausgangslage der Dividende sei das Budget gewesen. Nun habe die AEW besser gewirtschaftet als geplant.

«  Das nächste Jahr gibt es für den Kanton vielleicht ein wenig mehr. »

Ernst Werthmüller
Verwaltungsratspräsident AEW

Zudem wird der Kanton für die neue Konzession für das Kraftwerk Klingnau allein von der AEW 66 Millionen Franken erhalten. Die AEW Energie übernimmt mit einem Anteil von 40 Prozent dieses Aarekraftwerk zusammen mit dem Konzern Axpo. An der Axpo sind AEW und der Kanton Aargau mit je 14 Prozent beteiligt.

Tiefere Investitionen

Die AEW Energie investierte 50,7 Mio. Franken in die Netzerneuerung zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Das sind rund 10 Prozent weniger als im vergangenen Geschäftsjahr. Weitere 11,5 Mio. Franken wurden in Wärmeverbunde investiert. Der Nettoumsatz aus dem Stromgeschäft erhöhte sich leicht auf 352, Mio. Franken. Der Stromabsatz stieg um 1,5 Prozent auf 4'184 Mio. Kilowattstunden. Rund 23'000 der 91'000 Kunden bezogen ein zertifiziertes Naturstromprodukt. Die Tendenz ist wie in der Vorjahresperiode steigend.

AEW setzt auf Wasserkraft

Es sei eine sehr schwierige Branche geworden, sagte Werthmüller weiter.

«  Die Strompreise entstehen in Europa, nicht in der Schweiz »

Ernst Werthmüller
Verwaltungsratspräsident AEW

AEW-Chef Hubert Zimmermann betonte: «Wir glauben an die Wasserkraft.» Es brauche jedoch gleich lange Spiesse für die Wasserkraft wie für andere Produktionsformen, wie beispielsweise Wind- und Sonnenenergie.

Stolz ist das Unternehmen darauf, dass die Kunden im Durchschnitt nur während 9,2 Minuten pro Jahr wegen Störung oder geplanter Ausschaltungen ohne Strom waren. Der Vergleichswert für die Schweiz beträgt 21 Minuten.

Der Energieversorger betreibt als Contractor 73 Wärmerverbunde. Weil ein Grossteil der Anlagen auf der Basis von erneuerbarer Energie läuft, wird der Ausstoss von CO2 um 40'000 Tonnen pro Jahr reduziert, wie das Unternehmen festhält. Die AEW Energie zählt derzeit 296 Mitarbeitende.