Mehr Lohn für Aargauer Spitalangestellte – auch dank Konkurrenz

Die Kantonsspitäler Aarau und Baden und die Psychiatrischen Dienste PDAG gewähren ihren Angestellten nächstes Jahr mehr Lohn. Im Schnitt sind es 0,8 Prozent mehr, teilen die Spitäler und Arbeitnehmerverbände mit. Der Lohn gewisser Berufsgruppen sei deutlich unter dem Marktniveau.

Physiotherapeutin knetet Hände einer Patientin in einem Spital Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Pflegepersonal ist im Kanton Aargau relativ schlecht bezahlt: Auch deshalb geben Arbeitgeber jetzt Gegensteuer. Keystone (Symbolbild)

In gemeinsamen Verhandlungen haben sich die Spitäler und die Arbeitsnehmerverbände auf die Lohnerhöhung geeinigt. Diese sei abhängig von der Mitarbeiterbeurteilung, der beruflichen Erfahrung und der Position im Lohnband, heisst es in einer Mitteilung.

Das Pflegepersonal in Solothurn verdient mehr

Die Lohnmassnahme wurde von den Personalverbänden ausgehandelt. Aber auch die Arbeitgeber haben ein Interesse an besseren Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten. Denn die Konkurrenz aus anderen Kantonen wächst.

Die Unterschiede sind gross. Gerade die Löhne in den Nachbarkantonen werden von den Spitälern stark beobachtet. «Das trifft im Kantonsspital Baden zum Beispiel auf die Pflege zu. Wenn dieselbe Person im Kanton Solothurn oder im Kanton Zürich arbeitet, verdient sie rund 5 Prozent mehr als im Aargau», erklärt Viktor Berger, Personalleiter des Kantonsspitals Baden.

Der Aargau bleibt relativ unattraktiv

Diese Lücke wolle man langsam schliessen, so Berger weiter. Doch: Bei einem Unterschied von 5 Prozent, reicht da eine Lohnerhöhung von 0,8 Prozent im Schnitt?

«Auf dieses Beispiel gerechnet müsste man tatsächlich 4,2 Prozent mehr bezahlen. Aber es ist nicht sinnvoll, dies auf einmal auszugleichen, zudem kann sich das unser Spital schlicht nicht leisten», erklärt Berger gegenüber Radio SRF.