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Aargau Solothurn Mehr Sexualdelikte und häusliche Gewalt im Kanton Solothurn

Im Kanton Solothurn sind 2015 deutlich weniger Einbrüche verübt worden als im Vorjahr. Was die Statistik allerdings auch zeigt: Letztes Jahr gab es einen deutlichen Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt und Sexualdelikten. Einige Taten wurden erst nach Jahren angezeigt.

Bei der Einbruchskriminalität habe die Schwerpunktsetzung der Polizei Wirkung gezeigt, sagte Kapo-Kommandant Thomas Zuber am Mittwoch vor den Medien. Die Zahl der Einbruchdiebstähle ging um 18 Prozent auf 1482 Fälle zurück. Dies sei im Verhältnis zur Einwohnerzahl seit 1991 der tiefste Wert. Wie sich die Einbruchzahlen in der Zukunft entwickeln werden, ist gemäss Kantonspolizei schwierig vorauszusagen. Rund 13 Prozent der Einbrüche werden aufgeklärt.

Ein Fall trübt die Statistik

Die Zahl der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch sank um 2 Prozent auf 16'321 Fälle. Ohne ein Fall von Wirtschaftskriminalität mit 400 Geschädigten und 812 Straftaten wäre die Anzahl der Taten im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich zurückgegangen.

Die Kriminalitätsbelastung ist gemäss Kantonspolizei seit Jahren rückläufig. Auf 1000 Einwohner kommt es im Durchschnitt zu 60,7 Straftaten. Deutlich über dem kantonalen Durchschnitt befinden sich die Gemeinden Solothurn, Olten, Egerkingen und Biberist.

Die Mehrheit der 2903 ermittelten Straftäter hat einen Schweizer Pass (54,8 Prozent). 30,6 Prozent der Beschuldigten zählen zur ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, und weitere 14,6 Prozent sind Asylbewerber oder Ausländer ohne Wohnsitz in der Schweiz.

Häusliche Gewalt bleibt ein Thema

Frau liegt auf dem Bett und hält schützend die Hände vors Gesicht.
Legende: Die Fälle von häuslicher Gewalt nahmen im Kanton Solothurn 2015 um 8 Prozent zu auf 823 Fälle. Keystone (Symbolbild)

Die Polizei registrierte auch mehr häusliche Gewalt. Die Zahl der Delikte stieg um 8 Prozent auf 832. Es zeige sich, dass häusliche Gewalt ein weit in alle Gesellschaftsschichten verbreitetes Phänomen darstelle, hält die Kantonspolizei fest.

Man nehme diese Fälle aufgrund der hohen Gefahr einer Eskalation solcher gewaltgeprägten Beziehungen sehr ernst. Sämtliche Fälle von häuslicher Gewalt würden systematisch und strukturiert auf ein mögliches Rückfallrisiko des Täters oder der Täterin analysiert. Wenn es notwendig sei, würden die Täter im Rahmen des kantonalen Bedrohungsmanagements im Auge behalten.

Es gab mehrere Sexualdelikte, die erst nach Jahren zur Anzeige gebracht wurden.
Autor: Urs BartenschlagerChef Kriminalpolizei Solothurn

Auch im Bereich der Sexualdelikte zeigt die Statistik eine Zunahme. Dazu gehörten auch Anzeigen von Taten, die mehrere Jahre zurück liegen, so Urs Bartenschlager, Kommandant der Solothurner Kriminalpolizei gegenüber Radio SRF. Wie häusliche Gewalt seien Sexualdelikte immer weniger ein Tabuthema.Heute trauten sich mehr Opfer, Anzeige zu erstatten.

Drohung und Gewalt gegen Beamte

Die Delikte gegen Leib und Leben nahmen 2015 nach einem Rückgang im Vorjahr um vier Prozent auf 865 Straftaten zu. Wie im Vorjahr gab es ein vollendetes Tötungsdelikt und vier versuchte Tötungsdelikte.

Nach langjährigem Rückgang stiegen 2015 die Straftaten wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte erstmals wieder an. Die Geschädigten waren nicht einzig Polizisten; auch andere Behörden wie Sozialämter oder die SBB brachten Straftaten zur Anzeige.

Blick 25 Jahre zurück

Box aufklappen Box zuklappen
Ein Mann sitzt am Boden bereitet eine Spritze mit Drogen vor
Legende: Wie in Zürich gab es in den 90er-Jahren auch in Solothurn eine offene Drogenszene. Keystone

Die Solothurner Kantonspolizei warf auch einen Blick 25 Jahre zurück. Anfangs der 90er-Jahre existierten in Solothurn und Olten offene Drogenszenen. Durch die Beschaffungskriminalität gab es viele Diebstähle - doppelt so viele wie heute. Zugenommen haben in dieser Zeit hingehen die Tätlichkeiten. Es wird schneller und öfter zugeschlagen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (robo)
    Aus dieser traurigen Bilanz ist für einmal die "Herkunft" der Täter ersichtlich: Schön und nachdenklich gesagt, dass gut die Hälfte der fast 3000 ermittelten Straftäter (54.8%) einen Schweizer Pass hätten! Was diese "Aussage" bedeutet, kann sich jeder schnell selber vorstellen und Schlüsse daraus ableiten! Wer es hier im Forum aber klar aussprechen möchte, verstösst gegen das SRF-Netiquette! Ja, dazu müsste sich die Frauenrechtler-Szene doch deutlich und schockiert äussern!