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Gerüchte um «exorbitante» Arztlöhne zerstreuen
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Mehr Transparenz Solothurner Spitäler legen erstmals Arztlöhne offen

Der Chefarzt mit dem höchsten Verdienst bei der Solothurner Spitäler AG (SOH) kam letztes Jahr auf 780'000 Franken. Die Zahl steht im Geschäftsbericht, den das Unternehmens am Mittwoch publiziert hat. Es ist das erste Mal, dass die SOH die Löhne ihrer Kaderärzte öffentlich macht – freiwillig.

Vor einem Jahr war es noch die Solothurner Regierung, welche den höchsten Lohn eines Chefarztes bei der SOH bekannt gab. Auf Druck des Parlaments hin erfuhr die Öffentlichkeit, dass 2017 der Spitzenverdiener auf eine Gesamtvergütung von knapp 890'000 Franken kam. In der Parlamentsdebatte zeigten Politiker Unverständnis für dieses fürstliche Gehalt.

Mit der Offenlegung der Chefarzt-Löhne im Geschäftsbericht wolle man nun für Beruhigung und Transparenz sorgen, erklärt Martin Häusermann, CEO der SOH. Damit sollen auch Gerüchte über exorbitante Arztlöhne aus der Welt geschafft werden.

Laut dem Geschäftsbericht der SOH gab es 2018 bei den Solothurner Spitälern neun Ärzte mit einem Jahressalär von über 500'000 Franken. Der Grossteil der Ärzte – 113 Personen – verdiente zwischen 200'000 und 500'000 Franken. Die höchste Gesamtvergütung: 782'939 Franken.

Die Solothurner Spitäler AG

Die SOH betreibt das Bürgerspital Solothurn, das Kantonsspital Olten und das Spital Dornach sowie die Psychiatrischen Dienste. Für die drei Spitäler arbeiten insgesamt 4100 Personen. Alleiniger Aktionär des Unternehmens ist der Kanton Solothurn.

Dass der höchste Lohn eines Kaderarztes um 100'000 Franken gesunken ist, sieht Häusermann als «gutes Zeichen». Letztes Jahr hat der Verwaltungsrat ein neues Lohnreglement beschlossen, das die hohen Vergütungen weiter herunterschrauben soll. Das neue Reglement verbietet, dass angestellte Spital-Ärzte nebenbei auch noch eine private Praxis führen. Es soll auch nicht mehr möglich sein, den Lohn durch viele Operationen zu steigern. Allerdings haben noch nicht alle Ärzte dieses Lohnreglement unterzeichnet.

Die Solothurner Spitäler AG werde die Arztlöhne auch in den folgenden Jahren im Geschäftsbericht transparent machen, verspricht CEO Martin Häusermann. Im aktuellen Bericht sind neben den Arztlöhnen auch die Gehälter der Geschäftsleitung und die Vergütungen für die Verwaltungsräte aufgeführt. Demnach erhielt Verwaltungsratspräsidentin Verena Diener 77'054 Franken. Der Chef-Lohn von Martin Häusermann betrug 352'000 Franken.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Im Vergleich zu dem, was sich CEOs und Manager in der Wirtschaft abgreifen, sind diese Arztgehälter ja geradezu Armenhaus-Löhne.
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  • Kommentar von Bruno Bär  (Wahrheitssucher)
    Klar sollte ein Arzt mit sehr viel Verantwortung, Stress und Arbeit einen guten Lohn beziehen dürfen. Ich denke aber, dass Löhne von über CHF 30'000 pro Monat dann doch überrissen sind, wenn man bedenkt, dass es auch in der Büezerwelt sehr stressige und arbeitsintensive Jobs gibt, aber dafür kaum über CHF 6'000 pro Monat bezahlt wird.
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    1. Antwort von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
      Ich finde die Löhne auch zu hoch. Aber "in der Büezerwelt" hat man eine Ausbildung von 3-4 Jahren (und allfällige Weiterbildungen) hinter sich. Für einen Arzt stehen nach 4-6 Jahren Gymnasium zuerst 6 Jahre Studium an und dann weitere Jahre als Assistenz-Arzt, der immer noch weniger als gewisse "Büezer" verdient.
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  • Kommentar von Willi Meier  (wm)
    Man müsste dann aber bitte alle Arztlöhne, auch der Assistenten, Oberärzte und Leitenden Aerzte veröffentlichen und nicht nur die der obersten Chefs, sonst entsteht ein schiefes Bild, welches nur unsere üble Neidkultur bedient.
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