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Aargau Solothurn Menschen 2013: Hochhaus-Sprenger Walter Weber

Am 8. März 2013 wurde in Aarau schweizweit erstmals ein Hochhaus gesprengt. Der Mann der Stunde war damals Sprengmeister Walter Weber, der auch Kurse für den Umgang mit Feuerwerk gibt. Im Regionaljournal sprach der Erlinsbacher über seine Arbeit und über sein Lieblingsfeuerwerk.

Walter Weber
Legende: Hier stand früher ein Hochhaus: Walter Weber vor der Aarauer Skyline, die er 2013 wesentlich verändert hat. SRF

Seit 1997 sprengt Walter Weber Gebäude. Nach dem Wankdorf-Stadion in Bern brachte er zusammen mit seiner Firma im März 2013 auch das erste Schweizer Hochhaus zu Fall, den Sprecherhof in Aarau.

Mit 1500 Zündern und 75 Kilogramm Sprengstoff stürzte am 8. März um Punkt 2.10 Uhr das 45 Meter hohe Gebäude in Aarau zusammen. Die Anspannung davor sei da gewesen, erzählt Walter Weber im Regionaljournal Aargau Solothurn: «Man hat eine bestimmte Idee, wie es ausschauen soll. Dann ist man wie auf Nadeln, ob es auch so wird. Dazu kam, dass es quasi ein Heimspiel war. Es waren viele Leute da, die einem nahe stehen. Dann ist die Anspannung noch grösser.»

Sein Ritual vor jeder Sprengung sei der letzte Rundgang: «Die Stille, die dann herrscht, ist sehr faszinierend.»

«Sprengmeister ist kein destruktiver Beruf»

Die Faszination seines Berufs ist für Walter Weber nicht das Zerstören: «Es geht nicht um den Spass daran, ein Gebäude kaputt zu machen, damit es kaputt ist. Der Spass ist, die Kräfte so zu lenken, wie man es sich vorstellt. Ein Maximum an Ergebnis mit einem Minimum an Aufwand».

Webers grosser Traum ist es, einmal einen Berg zu sprengen. In Europa sei dies jedoch kaum mehr möglich.

Der richtige Umgang mit Feuerwerk will gelernt sein

Bei der Hochhaus-Sprengung in Aarau war der 48-Jährige der Mann der Stunde, stand im Rampenlicht und gab unzählige Interviews. Weber ist aber nicht nur Sprengmeister und Geschäftsführer der GU Sprengtechnik AG in Erlinsbach. Weber kümmert sich auch um den sicheren Umgang mit Feuerwerk. Regelmässig gibt er Kurse zu diesem Thema.

Der richtige Umgang auch mit handelsüblichem Feuerwerk wie simplen Vulkanen sei wichtig. Der Sicherheitsabstand von 20 bis 30 Metern müsse zwingend eingehalten werden, ansonsten könne es schlimme Unfälle geben.

Seinem vierjährigen Sohn werde er das Abfeuern von Feuerwerk jedoch sicher nicht verbieten, meint Walter Weber: «Wenn er Freude daran hat, möchte ich ihm zeigen wie es richtig geht. Der richtige Umgang ist wichtig.»

Walter Weber als «Künstler»?

Persönlich mag er grosse Feuerwerke, beispielsweise solche, die eine Art grosse goldene Trauerweide bilden. Gar nicht nach Walter Webers Geschmack sind dagegen laute Feuerwerke: «Das passt mir persönlich nicht, und auch die Tiere haben es nicht gern.» Gut organisierte, inszenierte Feurwerke dagegen hält er für sinnvoll, ja gar eine Kunst.

An Silvester gibt es bei Webers jedoch kein Feuerwerk. Ein ganz bewusster Entscheid: «Silvester gehört unserer Familie.» Er komme auch sonst genügend zum Schiessen und Sprengen.

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