Millionen-Schaden beim Campus-Brand muss die AGV übernehmen

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat ihre Untersuchungen zum Grossbrand an der Fachhochschule in Brugg abgeschlossen. Die genaue Brandursache bleibt aber ein Rätsel. Das Strafverfahren wurde sistiert.

Feuerwehrauto vor dem Campus-Bau in Brugg-Windisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am 10. April 2013 um 22.00 Uhr wurde der Brand im Campus-Neubau bemerkt: Nun ist die Untersuchung abgeschlossen. Keystone

Zusatzinhalt überspringen

Gebäudeversicherung zahlt

Die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) muss sehr wahrscheinlich für den Brandschaden von 30 Millionen Franken aufkommen. Etwa 20 Millionen dürften aber durch die Rückversicherung gedeckt sein, heisst es bei der AGV auf Anfrage. Die restlichen 10 Millionen könne sich die AGV leisten: Eine Gebührenerhöhung für Hausbesitzer sei nicht nötig.

30 Millionen Franken Sachschaden kurz vor der Eröffnung: Im April stand ein Teil des Campus-Neubaus in Brugg in Flammen. Nun haben die Behörden ihre Untersuchungen dazu abgeschlossen. Es konnte «nicht zweifelsfrei geklärt werden», wie genau der Brand entstanden sei, schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung vom Freitag.

Zwei Gutachten aus Zürich und Bern legten aber den Schluss nahe, dass sich ein Öl selbst entzündet habe. Dieses Öl wurde für Parkettarbeiten verwendet. Mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne eine technische Ursache, heisst es weiter.

Strafverfahren sistiert

Für den Grossbrand gibt es juristisch keinen Schuldigen: Das Strafverfahren wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst wird sistiert. Eine Sorgfaltspflichtverletzung habe man «keiner bestimmten Person zuordnen» können, wie die Staatsanwaltschaft schreibt.

«Man hat alles untersucht, was man untersuchen konnte», erklärt Elisabeth Strebel von der Staatsanwaltschaft gegenüber Radio SRF. Verschiedene Personen seien befragt worden, ohne konkrete Ergebnisse. «Das Strafverfahren ist aber nur sistiert, nicht eingestellt», betont Strebel. Falls weitere Hinweise auftauchen würden, könnten die Untersuchungen wieder aufgenommen werden.

Damit dürfte der grösste Brand der jüngeren Aargauer Geschichte zumindest vorläufig teilweise ungeklärt bleiben. Und der Schaden muss wohl von der Aargauischen Gebäudeversicherung getragen werden, wie diese auf Anfrage von Radio SRF bestätigt.

Campus ist inzwischen in Betrieb

Der Brand im noch ungenutzten Campus-Neubau beim Bahnhof Brugg war in der Nacht auf den 11. April ausgebrochen. Rund 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten das Feuer löschen. Es gab keine Verletzten. Der Brand und vor allem der starke Rauch hinterliessen auf einer Geschossfläche von 22'000 Quadratmetern Schäden.

Mitte September war der 190 Millionen Franken teure Campus trotz der grossen Sachschäden in Betrieb genommen worden. In Brugg-Windisch lassen sich insgesamt 2700 Studierende der Pädagogischen Hochschule sowie der Hochschulen Wirtschaft und Technik ausbilden.

Video «Grossbrand in Campus-Neubau» abspielen

Grossbrand in Campus-Neubau

2:29 min, aus Schweiz aktuell vom 11.4.2013