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Aargau Solothurn «Mompreneur-Trend» hält auch in Solothurn Einzug

Sie backen Cupcackes, basteln Ohrringe oder nähen Kinderkleider. Mompreneure sind Mütter, die ihr Hobby zum Beruf machen. Zwei solche Unternehmerinnen eröffnen am Samstag in Solothurn ihr neues Geschäft. Welche Chancen räumt ein Wirtschaftsexperte den Unternehmen ein?

Rahel Hasenfratz und Nicole Wettstein sind Mütter und Unternehmerinnen. Vor fünf Jahren haben sie mit ihrem Hobby, dem Nähen, den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. «Die Idee kam uns in den Ferien in der Toskana», so die 39jährige Wettstein gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Schon bald eröffneten die Mütter ihr erstes Geschäft «5Moms» in Niedergösgen. Damals waren die Mompreneure zu fünft, heute sind sie nur noch zu zweit. «Wir hatten mit der Zeit unterschiedliche Ideen», sagt Nicole Wettstein. Sie und Geschäftspartnerin Rahel Hasenfratz wagen deshalb in Solothurn den Neustart. Seit Februar ist ihr neues Geschäft geöffnet, offizielle Einweihungsfeier ist am Samstag.

Mompreneure verdienen nicht viel mit Geschäft

Atelier
Legende: Nicole Wettstein in ihrem Atelier in Solothurn. Sie ist leidenschaftliche Näherin und Mami von zwei Kindern. SRF

Nicole Wettstein ist Mutter von zwei Kindern und von Beruf Heilpädagogin. «Es wurde schwierig, die Familie und den Beruf unter einen Hut zu bringen». Deshalb sei das eigene Unternehmen die ideale Lösung. Ausserdem habe sie schon immer gerne genäht und könne nun ihre Kreativität ausleben. Die 39jährige räumt aber ein, dass der Schritt in die Selbständigkeit eine Herausforderung sei.

«Da wir keine professionellen Näherinnen sind, mussten wir uns Vieles selber beibringen». Ausserdem hätten die Buchhaltung und andere administrative Aufgaben den Müttern gewisse Schwierigkeiten bereitet. Hinzu kämen die Finanzen.

Unser Geschäft ist mehr als ein Hobby. Viele Leute sehen das anders. Wir arbeiten aber wirklich hart.
Autor: Nicole WettsteinUnternehmerin «5Moms» aus Solothurn

«Es geht gerade so auf. Wir verdienen momentan nicht viel». Nicole Wettstein bezeichnet ihr Unternehmen als Beruf, und nicht als Hobby. «Viele Leute sehen das anders. Wir arbeiten aber wirklich hart». Genau deshalb müssten sich Mütter gut überlegen, ob sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen, sagt Norbert Winistörfer, Buchautor des Ratgebers «Ich mache mich selbständig» und Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW.

Experte rät: Unternehmenspotenzial zuerst testen

Gerade Mütter hätten nur begrenzt Zeit, und ein eigenes Unternehmen bedeute viel Aufwand. Winistörfer von der FHNW rät, Schritt für Schritt vorzugehen. Es sei nicht ratsam, von heute auf morgen ein Ladenlokal zu mieten und das Geschäft gross aufzuziehen. «Zu Beginn kann man auch gut von zu Hause aus arbeiten und die Produkte über das Internet vertreiben». Laut Winistörfer analysieren viele den Markt ungenügend, bevor sie ein Unternehmen gründen.

«Häufig fehlt die Nachfrage, die Produkte verkaufen sich nicht gut, und das Unternehmen ist nicht überlebensfähig». Mompreneure seien aber eigentlich kein neuer Trend, lediglich die Bezeichnung sei neu. «Mütter mit einem Kleinunternehmen hat es schon immer gegeben», so Winistörfer im Gespräch mit Radio SRF.

Mompreneur

Mompreneur ist aus den Begriffen Mutter (Englisch mom) und Entrepreneur (Unternehmer) zusammengesetzt. Der Begriff bezeichnet laut Wikipedia eine weibliche Unternehmerin, die die Mutterrolle und Unternehmerrolle unter einen Hut bringt. In Kanada gibt es gar ein eigenes Magazin mit dem Titel «The MOMpreneur Magazine», das sich dem Thema widmet.

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