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«Einen Sieg gibt's nie gratis», Bike-Marathon-Altmeister Urs Huber über Erfolge, Motivationshilfe und die Freude am Sport.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 22.02.2020.
abspielen. Laufzeit 11:01 Minuten.
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Mountainbike-Marathon Altmeister Urs Huber hat noch nicht genug

Urs Huber gehört in seiner Sportart zu den erfolgreichsten Athleten der Welt, sammelt einen Sieg am nächsten ein, sowohl in der Schweiz als auch international. Dennoch ist Huber in der Schweiz vermutlich nur eingefleischten Sportfans ein Begriff.

Seit bald 20 Jahren fährt der gebürtige Aargauer, der heute im zürcherischen Mettmenstetten wohnt, Bike-Rennen, am liebsten die strengste Variante davon, die Marathon-Rennen. Es sind lange Rennen mit grossen Höhendifferenzen, manchmal auch verteilt auf mehrere Tage. Huber ist in der Disziplin mittlerweile der Altmeister und wird als routinierter Titelsammler nun von den Jungen gejagt.

Nicht nur national, auch international feiert er Erfolge. Gerade erst ist er zurück aus Südafrika, wo er zusammen mit Teamkollege Simon Stiebjahn den 4-tägigen Tankwa Trek gewonnen hat, mittlerweile auch schon zum vierten Mal.

SRF: Sie haben gerade zum vierten Mal den Tankwa Trek gewonnen. War dieser Sieg überhaupt noch etwas Spezielles für Sie?

Urs Huber: Es war auf jeden Fall noch eine grosse Freude. Man gewinnt nie gratis und das Tankwa Trek ist seit einiger Zeit der Saisonauftakt und deshalb besonders spannend. Man weiss vor dem Rennen nie so genau, wo man steht, wie man im Winter trainiert hat. Das erste Rennen ist dann immer speziell und wenn man es gewinnen kann, weiss man, dass die Form stimmt, das gibt Zuversicht für den weiteren Saisonverlauf.

Rennen gewinnen, auch mehrfach, das kennen Sie ja gut. Sie sind mehrfacher Schweizermeister und haben diverse andere renommierte Rennen in der Schweiz schon einige Male gewonnen. Sind internationale Rennen wie der Tankwa Trek mittlerweile wichtiger für Sie, weil Sie nur hier echte Konkurrenz finden?

Ja, natürlich ist ein internationales Rennen eine spezielle Herausforderung. Es ist zwar auch in der Schweiz kein Sieg gratis, ich bin hier auch immer etwas der Gejagte, kann salopp gesagt eigentlich nur verlieren. Im Ausland dagegen ist es etwas anders, die Konkurrenz und die Herausforderung sind grösser.

Und was ist Ihnen lieber?

Es hat beides seinen Reiz. Der Gejagte zu sein ist natürlich auf eine Seite schön, weil es zeigt, was man schon erreicht hat. Im Ausland ist die Konkurrenz dafür grösser und für mich als Sportler, der die Herausforderung sucht, ist das natürlich etwas schöner, weil Siege im Ausland meistens doch etwas schwieriger sind.

Urs Huber in gelbem Shirt auf Moutainbike in Südafrik
Legende: zvg

Nach beinahe 20 Jahren im Bike-Marathon-Sport mit so vielen Erfolgen: Wie motivieren Sie sich eigentlich für ein Rennen, das Sie schon x-Mal gewonnen haben?

Grundsätzlich ist die Freude der grösste Antreiber, bei dem was ich mache. Es ist extrem hart, was ich mache, ich muss jeden Tag trainieren und seriös bleiben das ganze Jahr, das schafft man nur mit Freude. Wenn man diese Freude hat, dann macht es auch nach so vielen Jahren noch Spass.

Aber wird diese Freude nicht auch etwas kleiner über die Jahre, Sie machen ja doch irgendwie immer dasselbe?

Das könnte man vielleicht denken, aber ich versuche auch meine Rennplanung etwas anzupassen, so dass sich das Programm nicht jedes Jahr genau gleich wiederholt. Und was mich auch weitergebracht hat, in meiner jüngeren Entwicklung, sind Verletzungen. Ich habe in den letzten drei Jahren zweimal das Schlüsselbein gebrochen. Seither schaue ich es nicht mehr als selbstverständlich an, dass ich meinen Sport so intensiv ausüben kann. Das hat bei mir die Freude und auch die Motivation wieder gesteigert, quasi mit dem Wunsch es noch besser machen zu wollen.

Zwei Mountainbiker auf der Strecke
Legende: zvg

Sie gehören in Ihrer Sportart zu den grossen Namen, auch international gesehen. Allerdings ist Bike-Marathon ja nicht eine Sportart, die wahnsinnig viel Beachtung findet. Stört es Sie ab und zu, ein internationaler Top-Sportler zu sein, den doch kaum jemand kennt?

Ja und nein. Vor ein paar Jahren hatte ich noch etwas mehr Probleme damit, aber ich mache meinen Sport grundsätzlich für mich, aus Freude, und nicht für andere Leute oder die Aufmerksamkeit...

...es hilft ja aber schon, wenn man sein Geld mit dem Sport verdienen will, wenn der Sport etwas öffentliche Beachtung findet?

Ich habe mir diese Gedanken natürlich auch schon gemacht. Wenn ich, als Extrembeispiel, Fussballer wäre auf dem gleichen Niveau wie beim Mountainbike, dann hätte ich wahrscheinlich ausgesorgt für den Rest meines Lebens. Das ist bei mir jetzt halt nicht so, das kann ich auch nicht ändern. Ich kann auch nicht Fussballspielen (lacht), darum ist das ein Gedanke, der sich schnell wieder erübrigt. Ich mache es nicht für Reichtum oder Aufmerksamkeit, ich schätze das Privileg, das ich davon leben kann und will nicht jammern.

Der Saisonauftakt ist nun gut geglückt, dennoch steht die Saison ganz am Anfang. Was haben Sie noch für Ziele dieses Jahr?

Der nächste Höhepunkt ist schon bald, das Cape Epic Rennen in Südafrika Mitte März. Das Rennen ist sehr sehr renommiert in unserem Sport und gilt quasi als Tour de France der Mountainbiker. Es findet viel Beachtung und ist sehr hochkarätig besetzt, hier sind Weltmeister, Olympiasieger etc. am Start. Ich konnte das Rennen 2016 schon einmal gewinnen und möchte dieses Jahr natürlich gerne wieder vorne mitmischen, ev. auf Podest fahren. Dazu möchte ich gerne an die erfolgreiche letzte Saison anschliessen und auch den Schweizermeistertitel verteidige.

(Das Gespräch führte Stefan Brand)

Regionaljournal Aargau Solothurn 17:30 Uhr; bras;mosa

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