Museum Enter Solothurn: «100 Jahre Radiotechnologie»

Sender, Geräte, Empfänger – am Donnerstag beginnt in Solothurn die Ausstellung «100 Jahre Radiotechnologie». Die Exponate stammen vom Computer- und Technologiemuseum Enter, konzipiert hat die Ausstellung die SRG. Sie feiert damit das 15-Jahr-Jubiläum der Sender Swiss Classic, Jazz, Pop.

Marconi Sendepult Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Marconi-Sendepult aus dem Museum Enter. Es war der erste Radiosender der Schweiz. zvg

Das waren noch Zeiten: 1923 ging in Lausanne der allererste Radiosender der Schweiz in Betrieb. Dumm nur: Er stand auf einem Flugplatz und es gab nur eine einzige Frequenz. Wenn man mit einem Flugzeug sprach, gab es kein Radio. Und wenn man das Radiosignal sendete, konnte man nicht mit dem Flugzeug kommunizieren. Rücksichtnahme war gefragt.

Solche Zustände sind heute undenkbar. Kommunikationssignale und Datenpakete schwirren heute in immer grösserer Zahl durch den Äther. Immer neue Geräte braucht es, um die Daten- und Signalfülle bewältigen zu können.

Die Sonderausstellung «100 Jahre Radiotechnologie» zeichnet diese Entwicklung nach. Zu sehen sind neben dem Lausanner «Marconi-Sender» von 1923 viele weitere Objekte aus dem Fundus des Computer- und Technolgiemuseums Enter in Solothurn.

Jubiläum für SRG-Sender

Die Idee zur Ausstellung stammt von André Scheurer. Er arbeitet als Musikredaktor bei Radio Swiss Classic. Dieser SRG-Spartenkanal sendet rund um die Uhr klassische Musik, unterbrochen nur durch kurze Anmoderationen.

Gänzlich ohne Worte kommen die Schwestersender von Radio Swiss Classic aus, Radio Swiss Pop und Radio Swiss Jazz. Vor 15 Jahren strahlten diese Sender zum ersten Mal ihre Programme aus.

«Wir wollen eine Alternative sein zu den anderen SRG-Programmen. Wir wollen die Hörer dann abholen, wenn sie Klassi, Jazz oder Pop hören wollen. So wandern sie nicht zu den ausländischen Stationen ab», sagt André Scheurer. «Zudem fördern wir das Schweizer Musikschaffen. Fast 30 Prozent unserer Musikstücke haben eine Schweizer Bezug.»

Zu hören sind die drei Spartensender über DAB, Kabel und Internet. In der Schweiz haben sie eine treu Hörerschaft. Und offenbar auch immer mehr über Internet in der ganzen Welt. André Scheurer: «Ich habe schon Mails erhalten aus den USA. Jemand schrieb mir: ‹You are the best radio station in Manhatten›.»