Museum Wasseramt in Halten präsentiert Musik aus dem Grammophon

Musik liegt in der Luft, im Museum im Solothurnischen Halten. In einer Sonderausstellung präsentiert der leidenschaftliche Sammler Patrick Meier alte Grammophone und Schellackplatten. Seit seiner Kindheit ist der 39-jährige Sammler begeistert von den nostalgischen Klängen.

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Museum Wasseramt

Zwei Holzspeicher, dazwischen im Hintergrund ein Burgturm aus Stein gebaut.

Der Turm zu Halten und die Ausstellungsspeicher. zvg/halten.ch

Das Museum Wasseramt erinnert viele Besuchende an das Museum Ballenberg; im Kleinformat. Im Zentrum des Museums steht ein Burgturm, welcher um etwa 1200 erbaut wurde. Um den Turm herum wurden verschiedene historische Speicher und ein Ofenhaus aufgebaut. Die Speicher dienen als Ausstellungsräume und geben Zeugnis über das Leben in der Region.

Die Sammlung von Patrick Meier umfasst über 100 Grammophone und rund 20‘000 Schellackplatten. Dass es beim Hören dieser Platten manchmal etwas knistert, stört ihn nicht: «Ich höre kein Knistern, ich höre nur die schönen Klänge von früher», schmunzelt Patrick Meier.

Faszination für eine ganze Epoche

Das Interesse von Patrick Meier gilt nicht nur den Geräten, sondern auch der zur Epoche gehörenden Musik. Schellackplatten waren in der Schweiz ab 1895 bis 1959 auf dem Markt. Danach wurden sie von den Vinylplatten abgelöst.

Schellackplatten bestehen hauptsächlich aus Steinmehl und aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus. Damit die Platten schwarz wurden, wurden sie mit Russ eingeschwärzt. Wenn man eine Schellackplatte fallen lässt, zersplittert sie in tausend Stücke.

Bei korrekter Handhabung ist sie aber sehr dauerhaft: «Einige meiner Platten sind über 100 Jahre alt und sie tönen immer noch tiptop», sagt Patrick Meier und fügt zweifelnd hinzu: «Wer weiss, ob CD und mp3 in 100 Jahren immer noch funktionieren».

Grammophone aus der Schweiz

In der Ausstellung im Museum Wasseramt zeigt Patrick Meier auch Grammophone aus der Schweiz. Speziell ist zum Beispiel ein sogenanntes «Pocket Grammophone» von 1925 - ein extra kleines Grammophon zum Mitnehmen, erklärt Patrick Meier: «Das grösste an diesem Grammophon ist eigentlich die Platte, die man darauf legt».

Sämtliche der ausgestellten Grammophone funktionieren einwandfrei. Patrick Meier hat sie selbst mit viel Liebe restauriert und gepflegt. So wird die Ausstellung im Museum Wasseramt nicht nur zum Erlebnis für das Auge, sondern auch für das Ohr.

Sonderausstellung bis 19. Juni 2016

Die Sonderausstellung «Musik aus dem Grammophon» ist noch bis und mit 19. Juni zu sehen. Das Museum Wasseramt ist jeweils sonntags von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, 8. Juni, lädt das Museum zudem zu einem «Nostalgischen Abend» mit Musik aus der Jukebox und aus Grammophonen.

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