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Mammut ist international ein Zwerg.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 09.12.2019.
abspielen. Laufzeit 02:59 Minuten.
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Mutterkonzern baut um Mammut steht zum Verkauf

  • Die Industriegruppe Conzzeta will die Aargauer Tochterfirma Mammut abstossen.
  • Davon sind rund 900 Mitarbeiter weltweit betroffen, am Hauptsitz im Aargau sind es 330 Angestellte.
  • Auch andere Tochterfirmen im Kanton Zürich will Conzzeta verkaufen.

Wanderer, Kletterer und andere Outdoor-Sportler setzten auf die Kleider und das Material der Firma Mammut. Vor über 150 Jahren begann die Firma (damals Arova) im Aargauischen Dintikon Seile zu produzieren. Danach wuchs die Firma kräftig. Schlafsäcke und Outdoor-Kleider kamen hinzu. Vor fast 40 Jahren wurde sie von der Industriegruppe Conzzeta übernommen.

Doch nun ist Zukunft der Aargauer Traditionsfirma ungewiss. Conzzeta will Mammut bis Ende 2020 verkaufen, teilt der Konzern am Montag mit. Dabei lief es der Outdoor-Firma zuletzt wieder gut, Umsatz und Gewinn konnten gesteigert werden. «Mammut ist nicht nur eine starke Marke, sondern sie haben auch neue Produkte designt, profitieren von der Swissness und machen generell gute Fortschritte in der Strategie», bestätigt Ernst Bärtschi, Verwaltungsratspräsident von Conzetta.

In Übersee läuft das Geschäft nicht wunschgemäss

Aber Bärtschi fügt hinzu: «Das gilt vor allem, wenn man auf Europa schaut. Aber für ein weiteres Wachstum in Übersee hat sie die kritische Masse nicht.» Mammut verfüge als Teil von Conzzeta ausserhalb von Europa nicht über den notwendigen Marktzugang. «Wir haben es mehrfach versucht. In Japan sind wir zwar einigermassen erfolgreich. Aber in Korea und China, wo wir grosse Anstrengungen gemacht haben, haben wir die nötigen Ergebnisse nicht erreicht.»

Der Käufer muss gewillt sein, Mammut als europäische Spitzenmarke zu erhalten.
Autor: Ernst BärtschiVerwaltungsratspräsident Conzzeta

Mammut sei im Vergleich mit der Konkurrenz zu klein. «Es gibt viele Player, die viel grösser sind. Zum Teil zehn Mal, fünzig Mal grösser. Von daher müssen wir Mammut jemandem geben, der viel mehr Möglichkeiten hat als wir von Conzetta.» Verwaltungsratspräsident Bärtschi hat auch schon gewisse Vorstellungen vom künftigen Mammut-Besitzer: «Er muss in der Lage sein, in wichtigen Märkten, wo wir nicht drin sind, Erfolge zu generieren. Er muss auch gewillt sein, Mammut als europäische Spitzemarke zu erhalten und auszubauen.»

Mehrere Männer auf einem Berg
Legende: Vor sieben Jahre feierte die Firma das 150-Jahr-Jubiläum. Keystone

Bärtschi geht davon aus, dass der Verkauf der Traditions-Marke sich auch positiv auf den Hauptsitz in Seon mit seinen 330 Angestellten auswirkt. «Wir glauben, dass das Mammut-Geschäft auch in der Schweiz zunehmen wird. Das ist der Hauptsitz, und ich denke, der wird bleiben. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Move eine Verbesserung für Mammut ist, und nicht eine Verschlechterung.»

Mammut ist nicht der einzige Verkauf

Conzzeta will jedoch nicht nur Mammut verkaufen. Auch die Zürcher Firmen Schmid Rhyner und Foam Partner sollen abgestossen werden. Beide Firmen zusammen haben etwa 1'200 Mitarbeiter. Schmid Rhyner arbeitet im Bereich der Verpackungen. Foam Partner stellt Schaumstoffe her.

Conzzeta behält nur noch die Berner Firma Bystronic. Diese ist auf Blechbearbeitung spezialisiert, und beschäftigt weltweit 2'800 Mitarbeiter.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Theres Keiser  (TheKe)
    Vielleicht hätte Mammut nicht nur auf Modellathleten setzen sollen. Jedenfalls finde ich im Mammut-Laden keine Damen-Bekleidung ab Grösse 44 und zudem sind die Modelle klein geschnitten. Da kann man noch lange guten Willen zeigen und Schweizer Firmen berücksichtigen wollen. Frauen, die etwas grössere Kleider benötigen, sollen sich nach Mammut-Philosophie (und auch Jack-Wolfskin-) für Aktivität im Freien offenbar nicht funktional bekleiden.
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  • Kommentar von Werner Gerber  (Emmentaler1)
    es ärgert mich masslos, dass alt eingesessene schweizer unternehmen, mit der herstellung von spitzenprodukten, immer an ausländische konzerne verkauft werden müssen. mit allen unmöglichen ausreden. dieser konzern wusste zum vornherein, das er keinen entsprechenden zugang zum ausser europäischen markt hat. aber spekuliert werden muss. und die leidtragenden sind wieder hunderte von mitarbeitern
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    1. Antwort von Jonny Berger  (Landkind)
      Sie haben ja recht, Herr Gerber. Aber wir als Konsumenten hätten es eben auch in der Hand, ein gutes Schweizer Produkt zu wählen, und NICHT ein billiges aus China, Vietnam oder aus einem sonstigen Land, wo möglichst billig produziert werden kann. Viele Leute sagen immer, sie kauften gerne ökologische, fair produzierte und/oder lokale Artikel. Stehen sie dann aber im Laden, ist der Preis halt doch wieder wichtiger... Klar, nicht alle können sich dies leisten, die allermeisten aber eben doch!
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    2. Antwort von Alex Klee  (alekle)
      @Werner Gerber: Conzzetta ist kein ausländischer, sondern ein schweizerischer Konzern, 1912 von Fam. Schmidheiny als "Zürcher Ziegeleien" gegründet, hat heute den Sitz in ZH und ist an der SIX börsenkotiert. Conzzetta begründet die Verkaufsabsicht eben gerade damit, dass sie als Schweizer Unternehmung zu klein ist für den globalen Markt.
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    3. Antwort von B. Häfeli  (xxx)
      Schauen sie mal auf die Etikette der „Schweizer Mammut- Kleider“. Da steht drauf: Made in China! Alles klar?
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Gut möglich dass die "Chinesen zuschlagen werden" leider!
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    1. Antwort von b. glaset  (glaset)
      Dann können die Chinesen Mammut dann wenigstens legal kopieren!
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