Challenge League Neuer Aarau-Trainer bringt eine Philosophie mit

Schon einen Tag nach dem erzwungenen Abgang von Marco Schällibaum präsentiert der FC Aarau einen Nachfolger. Neuer Cheftrainer beim Challenge-League-Club wird Marinko Jurendic vom SC Kriens. Die Baustellen beim FC Aarau scheut er nicht.

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Bildlegende: Der 39-jährige Marinko Jurendic wird neuer Cheftrainer beim FC Aarau. Bisher war er Trainer beim SC Kriens. Stefan Brand / SRF

  • Der FC Aarau wird nächste Saison von Marinko Jurendic trainiert, teilt die Clubleitung am Mittwochmorgen mit.
  • Jurendic war zuletzt drei Jahre lang Trainer beim SC Kriens in der Promotion League und konnte dort einige Erfolge feiern: Aufstieg von der 1. Liga in die Promotion League, Vorstoss bis in den Viertelfinal des Schweizer Cups.
  • Jurendic tritt die Nachfolge von Marco Schällibaum an, der am Dienstag entlassen wurde.
  • Der Vertrag des neuen Trainers beim FC Aarau läuft vorerst für ein Jahr bis Juni 2018, enthält aber eine Option für eine Verlängerung.

Der neue Trainer des FC Aarau erhält viele Vorschusslorbeeren. Am Mittwochmorgen präsentierte die Clubleitung Marinko Jurendic den Medien und betonte mehrfach, wie glücklich man mit dieser Verpflichtung sein. Jurendic habe nicht nur einen guten sportlichen Leistungsausweis, er überzeuge zudem menschlich und intellektuell voll und ganz, sagt FCA-Vizepräsident Roger Geissberger gegenüber Radio SRF.

«  Wir sind sehr zufrieden [...] und überzeugt, dass wir absolut einen der hoffnungsvollsten Jungtrainer haben.  »

Roger Geissberger
Vize-Präsident FC Aarau

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Marinko Jurendic

Vor seiner Trainerlaufbahn spielte der ausgebildete Pädagoge Jurendic bei verschiedenen Clubs der Challenge League knapp 150 Partien. Später studierte er vier Semester Jura und Wirtschaft, arbeitete in der Privatwirtschaft und beim Schweizer Fussballverband. Er ist verheiratet und Vater eines 5-jährigen Sohnes.

Sein intellektuelles Rüstzeug lässt Jurendic durchblicken, wenn er über seine neue Aufgabe spricht. Zwar hat er die Mannschaft noch nicht richtig kennengelernt, hat noch keine grosse Analyse der vergangenen Aarauer Auftritte in der Challenge League gemacht, hat noch kein konkretes Rezept für die nächste Saison. Aber der 39-Jährige hat eine Philosophie.

Schildert er diese Philosophie, dann scheint schnell seine wirtschaftliche Ausbildung durch. Jurendic spricht von den Spielern als Mitarbeiter. Er fordert von ihnen die Freude am Engagement, wie er sie selber spürt. Er sieht keine Probleme, sondern Herausforderungen. Diese «Challenges» gelte es in Lösungen umzumünzen. Keine Frage, hier spricht ein Mann mit Ambitionen.

«  Der FC Aarau ist im Fokus, ist in der Öffentlichkeit, ein grosser und ambitionierter Verein. Das habe ich gesucht. »

Marinko Jurendic
Neuer FC Aarau-Trainer

Aarau sei für ihn nach seiner Zeit beim SC Kriens die optimale nächste Station in der Trainerkarriere sagt Jurendic. Aarau habe professionelle Strukturen und sei ein grosser Verein mit Ambitionen. Das passe zu ihm, sagte Jurendic an der Medienkonferenz im Stadion Brügglifeld. Er sei ein ehrgeiziger Typ und wolle mit Aarau etwas erreichen.

Passt das neue Duo?

Entscheidend für den Erfolg des neuen Trainers beim FC Aarau dürfte auch die Zusammenarbeit mit Sportchef Raimondo Ponte sein. Die Vereinsführung macht kein Geheimnis daraus, dass der ehemalige Trainer Marco Schälibaum mit Sportechef Ponte nicht mehr allzu gut auskam.

«  Tatsache ist, dass es zwischen dem Sportchef und Herrn Schällibaum nicht immer funktioniert hat, das war belastend. »

Roger Geissberger
Vize-Präsident FC Aarau

Neu-Trainer Marinko Jurendic sieht der Zusammenarbeit mit Raimondo Ponte aber optimistisch entgegen. Man kenne sich schon lange und könne sicher auch gut als Duo funktionieren: «Raimondo bringt eine grosse Portion Sachverstand mit und ich bin überzeugt, dass das ein gutes Duo für die neue Saison geben wird.»

Die Zusammenarbeit zwischen dem Sportchef, der die Spieler quasi einkauft, und dem Trainer, der sie dann trainiert, müsse für den sportlichen Erfolg des FC Aarau stimmen, darin sind sich alle Akteure einig. Die Clubführung und der neue Trainer sind auf jeden Fall zuversichtlich, dass die gesteckten Ziele – in den Top 3 der Challenge League mitzuspielen – mit diesem neuen Duo erreicht werden können.