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Neuer LSO-Präsident «Es braucht wieder Ruhe in der Schule»

Legende: Audio Mathias Stricker: «Aargauer Lehrer kommen in den Kanton Solothurn» abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
04:39 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 22.11.2018.

Mathias Stricker wird neu oberster Solothurner Lehrer. Der Primarlehrer aus Bellach übernimmt das Präsidium des Solothurner Lehrerinnen- und Lehrerverbands LSO. Die Delegierten wählten ihn am Mittwoch zum Nachfolger von Dagmar Rösler, die als Präsidentin zum Schweizer Lehrerverband wechselt. Die Stabsübergabe findet auf Anfang nächstes Schuljahr statt, also im August 2019.

Mathias Stricker

Mathias Stricker

Präsident LSO

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Mathias Stricker ist Primarlehrer in Bellach. Er unterrichtet eine 5./6. Klasse in allen Fächern ausser Französisch und Englisch.

Stricker ist seit fast zehn Jahren Gemeinderat in Bettlach, wo er mit seiner Familie wohnt. Seit 2012 politisiert er auch Kantonsrat. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung der SP Solothurn.

SRF: Mathias Stricker, was packen Sie als erstes an als neuer LSO-Präsident?

Mathias Stricker: In den letzten Jahren gab es ganz viele Reformprojekte. Zum Beispiel Spezielle Förderung, Passepartout bei den Fremdsprachen oder den Lehrplan 21. Alle Projekte sind gestartet und ich möchte sie in eine gute Zukunft führen. So dass die Schule, die Schüler und die Lehrer davon profitieren können.

Geht es auch darum, ein wenig Ruhe in die Schule zu bringen?

Das ist richtig, es braucht Ruhe in der Schule, damit wir diese Projekte entwickeln können. Ruhe heisst aber nicht Stillstand. Die Schule muss sich mit der Gesellschaft verändern.

Ein wichtiges Anliegen von Ihnen ist die Stärkung junger Lehrerinnen und Lehrer. Was meinen sie damit?

Wir stellen fest, dass viele junge Lehrpersonen nach einigen Jahren aussteigen und sich neu orientieren. Da geht viel Potential verloren. Deshalb haben wir ein Projekt lanciert, bei dem junge Lehrpersonen begleitet werden, damit sie einen guten Einstieg in den Beruf haben.

Wie sind Sie mit den Lehrerlöhnen zufrieden im Kanton Solothurn?

Wir haben im Kanton Solothurn gute Löhne. Wir haben dies auch vom Verband her nie kritisiert. Wir stellen fest, dass wir viele Lehrerinnen und Lehrer aus den Kantonen Aargau und Bern hier haben, die wegen den Löhnen bei uns arbeiten. Ich warne aber davor die Löhne anzutasten. Das ist ein Baustein für eine qualitativ gute Schule, so wie z.B. auch der GAV.

Lehrerinnen und Lehrer aus dem Aargau kommen zu uns, weil wir höhere Löhne haben.

Sie sind neben ihrem Beruf als Primarlehrer auch Gemeinderat in Bellach und Kantonsrat. Ist das ein Vorteil für das Amt als LSO-Präsident? Ihre Vorgängerin, Dagmar Rösler, ist nicht Kantonsrätin.

Auf jeden Fall. Ich konnte mir in den letzten Jahren ein gutes Beziehungsnetz aufbauen und ich denke das hilft unseren Anliegen. So kann man auf der politischen Ebene intervenieren und erklären, um was es in der Schule geht.

Sie sind SP-Politiker. Können Sie auch Lehrer vertreten, die nicht SP wählen?

Auf jeden Fall. Als LSO-Präsident habe ich nicht den Parteienhut an. Auch in der Geschäftsleitung sind verschiedene Parteien vertreten. Ich bin überzeugt, dass ich alle Lehrerinnen und Lehrer vertreten kann.

Wo soll die Schule im Kanton Solothurn in ein paar Jahren stehen?

Unsere Schule ist gut aufgestellt, vor allem in der informatischen Bildung. Aber gerade das Thema Digitalisierung wird uns stark beschäftigen. Man weiss noch nicht genau, was sich alles ändern wird. Die Schule muss da Schritt halten. Das ist eine grosse Herausforderung.

Das Gespräch führte Andreas Brandt.

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